Sonntag, 18. Januar 2015

Hier entsteht neues Gras für Madame ...



Schon erstaunlich, was für einen Überlebenswillen 
so manche Pflanze an den Tag legt. Hier zwischen dem Gras 
befinden sich Lenzrosenkinder, die ich im zeitigen Frühjahr 
bei meiner Mutter aus dem Rasen vor diesen Beeten aus-
gestochen hatte, um sie vor dem Rasenmäher zu retten. 
Und eigentlich sollten diese Sämlinge dann auch ganz 
schnell in andere Gärten reisen - wie diese und diese hier.

Aber es kam mal wieder anders als geplant. Sie blieben 
einfach in der Schale ohne Abflußlöcher. Und verbrachten 
den Sommer im Halbschatten unter dem Flieder zusammen 
mit anderen Töpfen auf dem Beistelltisch. Mal als Sumpf-
pflanze und dann wieder im 'Trockenrasen'. Erstaunlich, 
dass sie diese wirklich harte Zeit einigermaßen gut - 
ohne jegliche Pflege, überstanden haben! 

Dafür kam ich im Herbst dann auf die Idee die Sämlinge 
unter die beiden Apfelbäume hinter dem Hochbeet zu 
pflanzen. Da dort ohnehin das rosa-violette Lungenkraut 
sowie der rosa Lerchensporn leben. Und da ich es in dem 
Bereich des Gartens auch nicht mehr so eng mit dem 
'überwiegend weiß/blauen' Farbkonzept des Gartens 
sehe, hätten sie dort einen idealen Standort gehabt.

Was dann im Herbst dazwischen kam, weiß ich nicht 
mehr so ganz genau. Vielleicht, dass ich ab und an 
meine Mutter ins Auto verfrachtete, um mit ihr auf 
den Spuren ihrer Vergangenheit den Elm und die 
erkunden. Jedenfalls hatte ich mit dem kleineren 
Garten meiner Mutter im Herbst schon genug zu tun, 
so dass ich unseren Garten und leider auch die armen 
Kübelpflanzen noch weiter vernachlässigte.

Plötzlich stand die Weihnachtszeit vor der Tür, so dass 
wichtiger als der Garten war. Und Ende Dezember, als 
waren, war es zu kalt zum Pflanzen der geschwächten 
Lenzrosenkinder. Also wurden sie während der frostigen 
Tage in der Garage untergestellt, kamen danach 
unters Treppenhausdach und dann wieder zurück 
auf den Beistelltisch …

Inzwischen hat sich das Gras in der Plastkschale so gut 
entwickelt, dass ich die Sämlinge nur schwer vom Gras 
befreien kann ohne dabei die empfindlichen Wurzeln 
der Hellebori orientalis zu verletzten. Und da sie nun 
schon so lange im Gras überlebt haben, sollen sie sich 
jetzt lieber im wild wuchernden Vorgarten behaupten. 
Dort, wo ich ohnehin zur Zeit nicht mehr Herrin über 
das Gras des ehemaligen Vorgartenrasens werde. Und es 
daher immer nur wieder herausreiße bzw. übermulche. 
Und trotzdem lebt dort seit einigen Jahren ein Lenzrosen-

Also zog die Schale wieder unters Treppenhausdach, 
damit sie mich bei der nächst möglichen Gelegenheit 
daran erinnern sollte, dass die Pflänzchen endlich mal 
in die Erde kommen. Aber das Wetter war am Freitag 
viel zu verlockend, so dass ich zunächst alle alten Blätter 
an unseren Hellebori hinten im Garten in den Beeten 
und in den Töpfen entfernte. Denn die Schwarzflecken-
krankheit ist schon länger auch in unserem Garten 
angekommen. Und daher ist es gerade nach diesem sehr
feuchten Winterwetter sinnvoll das alte infizierte Laub 
möglichst schnell zu entfernen, und im Hausmüll zu 
entsorgen. Und der sonnig-windstille Samstag ging im 
Garten so schnell vorüber, dass ich Mühe hatte die Töpfe 
auf dem Südhof noch etwas zu versäubern und den 
im Garten kroch ich dann nur noch in leicht gebeugter 
Körperhaltung und mit wehen Händen aufs Bett.

Und als unsere graue Dame am Sonntag dann verzweifelt 
dem Treppenhaus diese Schale auf. Das fehlt nun noch, dass 
sie versehentlich beim Grasen an den giftigen Pflanzen 
knabbert. Diabetes & Niereninsuffienz sind schon genug 
Probleme für unsere graue Dame und uns! 

Daher steht das Plastikschälchen nun auf der alten Kommode 
vom Südhof - also nur noch etwa 7m von dem jetzt geplanten 
Pflanzort entfernt. Und beim Pflanzen kommt dann etwas von 
dem Gras für unsere Grasekatze in einen Topf auf den Hof  …

Fotos: S.Schneider


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