Samstag, 1. Dezember 2012

Im Dinoladen



Im Dinoladen stehen die ältesten Urzeitler. Die beiden lindgrünen, unbemalten Tiere sind echte Marxsaurier aus Amerika und basieren auf den ersten Formen für Kunststoffsaurier aus den frühen 60ern. Vielleicht sind sie ja grün, weil der Ölmulti Sinclair Oil in den Staaten schon seit Jahrzehnten mit grünen Brontosauriern wirbt. Die packen nicht den Tiger in den Tank sondern verfeuern den Dino. Vor dem uni Antikbronto steht seine Kopie aus China. Inzwischen lassen alle Firmen ihre Saurier in China fertigen. Da ist es gut, dass die Chinesen in den 70ern schon mal mit Nachbauten geübt haben.

Linus besucht den Dinoladen immer wieder gern, da hier die Urzeitviecher stehen, die er nicht im Garten finden kann. Da laufen die kleinen Raubsaurier ohne Herdenanschluss, wie der klotzköpfige Albertosaurier, zwischen seinen Beinen umher.

Die am Boden unbeholfenen Pterosaurier haben auf dem obersten Bord ihren Nistplatz. Dazu kommen die ganzen Meeresechsen wie langhalsigen Plesiosaurier und kurznackigen Pliosaurier. Bevor die Wasserreptilien im Teich verschwinden, hat man sie so besser unter Kontrolle. Außerdem fehlen dem Teich die Trilobiten, Ammoniten und andere Kopf- oder Gliederfüßler.

Auch Dinos hatten ihre Discozeiten und fliederfarbene Saurier wie Styraccosaurus mit seinem Kopfschild oder der fleischfressende Carnotaurus sind heute schon wieder ausgestorben. Sie finden sich noch in Kinderzimmer-Kompletträumungen, die als bunte Mischung auf Ebay landen.

Der weltbeste Dinoexperte überlegt noch einen Moment, ob er nicht doch noch einige Saurier in der freien Wildbahn freilassen soll. Aber er findet hier auch niemanden, der dem jungen Bären sagen kann, ob das ein Selbstbedienungsladen ist. So betrachtet er noch einmal die Auslagen, bevor er seinen Sauriertarnmantel sucht und wieder zu den Dinoherden im Garten zieht.

Linus sieht noch, wie gerade ein rumänischer Hatzegopteryx wieder mit einem Mini-Apato aus Japan verschwinden will.

Fotos: W. Hein



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