Freitag, 28. Dezember 2012

So weiß wie Schnee


Für die einen ...

... ist das Verpackungsmüll. 

Bestehend aus Styroporklötzen ...

und verschiedenen Folien ...

von einer Ebay-Möbelbestellung.


Andere sehen zumindest in dem leichten Vlies ein sehr 
nützliches Gartenzubehör, um empfindliche Pflanzen 
vor der Kälte zu schützen. Doch für bärenverrückte ist 
es wichtiges Baumaterial, das sorgfältig verpackt und 
für den Tag X aufgehoben wird ...

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Samstag, 26 Januar 2013:
Heute ist der Tag X. Aber trotzdem gehen uns für dieses Material 
die Ideen noch nicht aus. Wir haben die Utensilien vom Schnee 
befreit, im Treppenhaus getrocknet und wieder verpackt ...



Freitag, 7. Dezember 2012

Heißhunger



Bruno sitzt mit Schmuddelweiß und Abgewetzt mitten in der Saurierhorde. Die beiden Bären haben viel zu erzählen. Auch wie inzwischen immer mehr Urzeitechsen Haus und Garten bevölkern. Das wird mit dem Geschlängel von langen Hälsen und windenden Schwänzen her immer unübersichtlicher. Da kann der alte Seebär im Hintergrund nur brummend zustimmen. 

Der Lederhosenbär umklammert die mitgebrachte Schokolade. Die vielen Saurier sind ihm nicht ganz geheuer. Und besonders dieses hungrige Magermodel ist extrem an seiner Schokotüte interessiert.

"Äh, Freunde, könntet ihr mal dieses Klappergestell wegziehen..." Doch leider sind Schmuddelweiß und Abgewetzt etwas abgelenkt. Denn der weiße Korb ist voller Schlickerkram. Vielleicht hat es Bruno mit seinen Gastgeschenken doch etwas übertrieben.


Bruno ist ganz überraschend von der Münchner Bärenbande zu uns gekommen. Mit vielen Flausen im Kopf, einem Korb voller Süßigkeiten und vielen guten Wünschen ...

Fotos: SchneiderHein


Montag, 3. Dezember 2012

Federvieh



Der weltbeste Dinoforscher lässt gerade den mächtigen Quetzalcoatl steigen. Der Flugsaurier schwebt an der ausgestreckten Pfote des kleinen Bären durch das ganze Haus. Er späht von da nach Fischen und kleinen Dinos. Plötzlich kräht ein bunter Gefiederbalg den Urzeitexperten an.

Das ist ein Caudipteryx, der zwar schon wie ein Vogel aussieht, dafür aber nicht fliegen kann. Linus findet es eigentlich richtig blöd, dass das immer noch ein echter Dino sein soll.

Diese hektischen, bunten Hühnerfreunde sind doch Witzfiguren neben den weiten Hautflügelschwingen der Pterosaurier, die noch nicht einmal echte Dinos sind. Menno, ist das für einen Wissenschaftler schwer, wenn man da unparteiisch bleiben soll. Da sind ja wohl die Falschen ausgestorben.

Fotos: W.Hein

Neben Linus, dem Rica-Bären, dem Quetzalcoatl und Caudipteryx laufen noch ein Deinocheirus und ein Therizinosaurus durch die Bilder.


Samstag, 1. Dezember 2012

Im Dinoladen



Im Dinoladen stehen die ältesten Urzeitler. Die beiden lindgrünen, unbemalten Tiere sind echte Marxsaurier aus Amerika und basieren auf den ersten Formen für Kunststoffsaurier aus den frühen 60ern. Vielleicht sind sie ja grün, weil der Ölmulti Sinclair Oil in den Staaten schon seit Jahrzehnten mit grünen Brontosauriern wirbt. Die packen nicht den Tiger in den Tank sondern verfeuern den Dino. Vor dem uni Antikbronto steht seine Kopie aus China. Inzwischen lassen alle Firmen ihre Saurier in China fertigen. Da ist es gut, dass die Chinesen in den 70ern schon mal mit Nachbauten geübt haben.

Linus besucht den Dinoladen immer wieder gern, da hier die Urzeitviecher stehen, die er nicht im Garten finden kann. Da laufen die kleinen Raubsaurier ohne Herdenanschluss, wie der klotzköpfige Albertosaurier, zwischen seinen Beinen umher.

Die am Boden unbeholfenen Pterosaurier haben auf dem obersten Bord ihren Nistplatz. Dazu kommen die ganzen Meeresechsen wie langhalsigen Plesiosaurier und kurznackigen Pliosaurier. Bevor die Wasserreptilien im Teich verschwinden, hat man sie so besser unter Kontrolle. Außerdem fehlen dem Teich die Trilobiten, Ammoniten und andere Kopf- oder Gliederfüßler.

Auch Dinos hatten ihre Discozeiten und fliederfarbene Saurier wie Styraccosaurus mit seinem Kopfschild oder der fleischfressende Carnotaurus sind heute schon wieder ausgestorben. Sie finden sich noch in Kinderzimmer-Kompletträumungen, die als bunte Mischung auf Ebay landen.

Der weltbeste Dinoexperte überlegt noch einen Moment, ob er nicht doch noch einige Saurier in der freien Wildbahn freilassen soll. Aber er findet hier auch niemanden, der dem jungen Bären sagen kann, ob das ein Selbstbedienungsladen ist. So betrachtet er noch einmal die Auslagen, bevor er seinen Sauriertarnmantel sucht und wieder zu den Dinoherden im Garten zieht.

Linus sieht noch, wie gerade ein rumänischer Hatzegopteryx wieder mit einem Mini-Apato aus Japan verschwinden will.

Fotos: W. Hein



Sonntag, 25. November 2012

Familienbande



Die Dinoexperten haben wieder einen Gartentermin. Linus und Howard haben sich heute die Giraffentitanen vorgenommen. Der Name liegt nahe, da die Vorderbeine länger sind als die hinteren und die langen Hälse hoch aufragen. Meistens kennt man sie noch als Brachiosaurier. Doch hier haben die Wissenschaftler seit 1988 festgestellt, dass die Giraffentitanen eine eigene Art bilden. Und die meisten Modelle beziehen sich auf die ziemlich vollständigen Funde von diesen Verwandten der Brachiosaurier in Afrika von 1909. Die ersten beiden Figuren stammen aus Mitte der 90er Jahre, aber man könnte glauben, dass die Hersteller die Pläne da schon mindestens 20 Jahre in einem geheimen Schrank gehortet haben, so überaltert war da schon diese Sichtweise. Denn der große Blaue ist ein elender Grinsepickel und der vordere hat dafür einen Kopf, als hätte er eine Pickelhaube verschluckt. Das Besondere an den Giraffentitanen sind die hochgesetzten Nasenlöcher, die weit über den Augen liegen. Deshalb waren sie und die Brachiosaurier angeblich besonders gute Tieftaucher. Aber dann hätten sie erst einmal einen Tümpel von 13 Meter Tiefe finden müssen. Und dann hätten sie schon eine Lungenmaschine gebraucht, weil sie in der Tiefe nicht mehr richtig hätten atmen können.

Deshalb sind die Saurier inzwischen wieder Steppenbewohner und ernähren sich nun wieder von den Baumspitzen, an die die anderen Saurier nicht rankommen. Die nächsten beiden Exemplare sind schon viel genauer in der Darstellung und zeigen einen wuchtigen Körper mit schlankem Hals. Der rechte könnte vielleicht für die 44 Tonnen Lebendgewicht stehen, wobei der linke etwas rankere für andere Schätzungen steht, die mit 22 Tonnen genau bei der Hälfte rauskommen. Auf jeden Fall haben beide den typischen Stopp in der breiten runden Schnauze und einen hochgewölbten Höcker über den Augen.

Die beiden nächsten Saurier sind beide eigentlich sehr jung, der hintere ist erst in diesem Jahr vorgestellt worden. Und dennoch dauert es offensichtlich sehr, sehr lange, bis so eine Figur moduliert wird. Denn der neuste Saurier zeigt exakt die Form, die die Tiere im ersten 'Jurassic Park' Spielfilm von 1994 hatten. Und der vordere bezieht sich auf ein ein bekanntes Skelett im Berliner Museum für Naturkunde und zeigt genau dessen Aufbau mit den leichten O-Beinen, die es bis zum Museumsumbau von 2007 hatte. Als die erste Titanen-Rekonstruktion in den 30ern aus mehreren Skeletten zusammengebaut wurde, waren sich die Forscher noch nicht sicher, ob die Beine unter oder neben dem Körper standen. Also hat man sich beim Basteln für einen Kompromiss entschieden. Inzwischen läuft das neuarrangierte Museumstier elegant mit enger Spur. Frisch eingetroffen mischt sich Lausebär ein: Vielleicht machen die Sauriermodellbauer mit Absicht keine modernen Saurier sondern die Altlasten, die noch Eltern und Großeltern kennen. Denn die müssen beim Kaufen ein gutes Gefühl haben.
   
Das gute Gefühl traditioneller Saurierkäufe wird inzwischen auf die Probe gestellt: Denn der mintgrüne Saurier mit den psychedelischen Mustern in Rot und Gelb über dem Kamm ist sicher die modernste Idee vom Giraffentitan. Bunt, hell freundlich und agil stapft er eiligen Schritts durch die Oberjura in Afrika. Der Hals hängt deutlich tiefer, als bei seinen bisher modellierten Vorfahren. Denn so einen 8,5 Meter langen Kranausleger für den Kopf muss an erst einmal stabil halten können. Das der ganze Hals sich mit nur 14 Halswirbeln dann noch schlangenförmig umherwinden kann, ist da eigentlich unmöglich. Aber wenn die anderen Sauropoden auch den Hals flach halten müssen, kommt der Giraffentitan immer noch an die höheren Äste und hat so seinen eigenen Fressbereich.

Dennoch haben sich alle noch an die hochaufgereckten Hälse der Brachiosaurier gewöhnt, die Abends pfeifend über dem Blätterdach des Dschungels auftauchen, wie noch in der 'Vergessenen Welt: Jurassic Park 2' von 1997. Vielleicht müssen alle jetzt doch auf einen vierten Teil warten, wenn gefiederte Dinos durch das Unterholz hüpfen und auch flinke Giraffentitanen in großen Familienverbänden sich mit gesenktem Haupt durch die Mammutbaum-Schonungen arbeiten. Dann gibt es wieder neue Bilder im Kopf, für die dann wieder die passenden Modelsaurier gebaut werden können.

Jetzt sollten die Bären aber diese Herde wieder einsammeln, denn an der Tischkante kommt sie nicht weiter und beginnen die Hälse zu recken, um einen sicheren Abstieg zu suchen.

Bis dahin kann man sich nur wundern, wohin das Schönheitsideal für die Sauropoden geht. Diese Apatosaurier werden demnächst einen noch dickeren Hals bekommen und auf spitzen Vorderhänden laufen.

Fotos: W.Hein


Freitag, 23. November 2012

Lausebär, geh schlafen!



Die Urzeit dauert jeden Abend bis spät in die Nacht.

Die großen Bären studieren seit Wochen eifrig die Welt der Dinosaurier, damit sie den weltbesten Dinoexperten mit dem aktuellsten Stand der Forschung versorgen können. Lausebär sucht noch ein Bild von kuschlig, flauschigen Tyrannosaurus-Babys ...

Howard kann es nicht mehr mit ansehen, wie sein Freund mit immer kleineren Augen in längst untergegangene Welten blinzelt: "Lausebär, geh endlich schlafen!"

Fotos: W.Hein


Dienstag, 20. November 2012

Wenn Herr Hein ...


... ein gegrilltes Hähnchen von einem Imbißstand mitbringt, dann hat das einen ganz besonderen Grund:

Dass so ein Hähnchen auch sogar mal Allegra schmeckt, von Maus begeistert gefuttert wird und auch für uns noch etwas übrig bleibt, ist eigentlich eine reine Nebensache. Denn Herr Hein braucht Knochen! Wofür? Natürlich für den weltbesten Naturforscher im Garten! Wir dürfen also gespannt sein, wann Linus Hähnchen - äh Saurier-Knochen entdeckt ...

Aber nicht nur das hat Unterhaltungswert: Eigentlich ist Herr Hein der Koch in unserem Haushalt. Und um saubere Knochen für sein Vorhaben zu erhalten, schlug ich ihm vor das Gerippe doch einfach abzukochen. So hätte ich gleich eine gute Grundlage für eine Zwiebelsuppe, die ich zur Hustenbekämpfung einsetzen wollte. Doch daraus wurde nix ...

Denn wenig später sah der Topf so aus:

Zu wenig Wasser im Topf zwang uns in der Nacht zum langanhaltenden Lüften. 

Ich habe keine Hühnersuppe und muss stattdessen nun den Topf schrubben. Und Linus entdeckt jetzt wohl angebrannte Knochen im Garten. Ob die vom Meteoriteneinschlag vor x-Millionen Jahren so verbrannt sind? 

Wenn der kleine Topfgucker bloß schon wüsste, was dieser Knochen-Topf bedeuten soll.

Fotos: SchneiderHein


Nachtrag vom 25. November 2012:
Nachdem Herr Hein bis jetzt noch nicht dazu gekommen ist das Fleisch vom Knochen zu trennen und der verbrutzelte Topf noch immer vor der Gartentür steht, habe ich mir heute die Erlaubnis geholt, das Bären-Material zu entsorgen. Denn inzwischen wird es schon so kalt, dass sich Linus wohl nur noch selten im Garten aufhält. Also gibt es wahrscheinlich im Frühjahr wieder ein Brathähnchen für uns vier und diesmal werden es danach wohl echte Saurierknochen ... 


Freitag, 16. November 2012

Marie hat ein Vorbild



Marie und Raff Raff haben die bunte Schaumgummikette wieder entdeckt. Anna hat sie extra für den langen Samstag in der Bärenhöhle Mahnke in Hannover bereit gelegt. Denn dort soll am 17.11.2012 der neue 'Teddy & Co' Kalender 2013 vorgestellt werden. Die ganzen Titelhelden (also Bären, Schaf und weiße Maus) sind dazu eingeladen und packen schon seit Tagen die großen Taschen mit all dem Sims und Sums, den sie unbedingt brauchen, um zu zeigen, wie die Fotos gemacht wurden.

Die Kette mussten Marie und das rote Frotteetier im April dafür noch einmal ins Fenster hängen, da das erste Bild wohl vom Computer verschluckt worden ist ... so wie sonst immer wieder Bärensocken von der Waschmaschine gefressen werden. Die kleine Bärin und das Langhalstier haben sich auch beim zweiten Mal richtig viel Mühe gegeben, und das neue Gehänge ist jetzt im Kalender zu sehen.

Das reicht dann doch! meint die Bärin im roten Fusselkleid. Deshalb hängt sie die bunte Kette lieber in den Garten, der von Tag zu Tag lichter und griesegrauer wird und jetzt wirklich etwas mehr Farbe gebrauchen kann. Da nimmt Marie besser ihr Dreirad und den Schutzengel mit in diese Unterkunft für lichtscheue Petze. Das Sauseteil ist zwar auf keinem Kalenderbild zu sehen, macht aber sicher mehr Eindruck. Hoffentlich kommen nicht zu viele Menschen zur Voradventfeier der Lister Lieblinge in die Bärenhöhle Mahnke, denn dann wird es wohl etwas zu eng für hemmungsloses Herumpesen mit dem schnittigen Holzhobel.

Idee: S. Schneider Fotos: W.Hein


In der Bärenhöhle stellen jetzt am langen Samstag der Lister Lieblinge, ab 12:00 Uhr die Bären ihren neuen Kalender vor. Und streiten sich sicher, wer alles unterschreiben darf, wenn jemand tatsächlich so einen Kalender haben will. Marie und Raff Raff nehmen auf jeden Fall ihre Laterne mit, denn wenn das Ganze bis 16:00 Uhr dauert, wird es sicher draußen schon dunkel sein ...


Samstag, 10. November 2012

Gevatter Vogel



Die Königin der Räuber ist wieder auf der Pirsch. Mit riesigen Schritten stürmt die Tyrannosaura Regina auf ihre Beute los.

Eine kleine Herde von Therizinosauriern erstarrt, als die brüllende Fleischfresserin sich langsam nähert. Sie würde zu gern so einen Riesentruthahn reißen. Dabei sind die friedlichen Riesen sogar engere Verwandte der Tyrannosaurier. Es sind echte Dinosaurier, nur mit Schnabel und Federn, die irgendwann angefangen haben, fleischlose Wochen einzuführen.

Die frustrierte Räuberin faucht und brüllt die Therizinosaurier an. Gegen deren lange Fingernägel kann sie allein schlecht etwas ausrichten. Die großen Pflanzen- und Früchtefresser wirken zwar immer etwas behäbig und plump. Aber eigentlich wissen die Wissenschaftler immer noch nicht so genau, was man mit so langen Krallen macht. Feinde abwehren oder nur Bäume rakeln, um ans Futter zu kommen?

Hier versammeln sich die gefiederten Dinosaurier ... wie der frühe Eothyrannus, der finster dahinschleichende Guanlong oder ein spreizschreitender Deinocheirus. Spätestens seit den vielen Fossilfunden aus China ahnen die Urzeitforscher, dass es Federn schon sehr lange gibt. Und viele Dinos hatten wohl auch schon einfache Federn. Deshalb konnte zwar noch keiner mit kräftigen Flügelschlägen richtig abheben und die wenigsten Minisaurier waren schon Gleitflieger. Das Gefieder war oft nur ein Flaum und diente wohl eher als ein Pelzersatz oder es machte den Signalgeber für die Balz oder Revierkämpfe. Dennoch sind die Forscher sich inzwischen einig: Die Saurier haben überlebt und sind unter uns. Sie heißen inzwischen Amsel, Spatz, Fink und Star. Linus wird künftig die niedlichen Piepmätze mit ganz anderen Augen sehen. Eigentlich haben die Dinos ja schon mit den Federn angefangen, bevor irgendeiner wissen konnte, wozu das Ganze überhaupt gut sein würde. Da hat doch keiner gesagt, in ein paar Millionen Jahren können wir fliegen!

Die Pteterosaurier mit Ihren Flughäuten sind dagegen überhaupt keine Dinosaurier, sondern nur deren enge Verwandte. Deshalb haben sie wohl diese ganze Federidee ausgelassen. Aber die Natur versucht es immer wieder mit dünnen Flughäuten, denn schließlich sind Fliegende Fische, Ruderfrösche, Flugsaurier, Fledermäuse und Drachenflieger in keinster Weise miteinander verwandt.

Ein Quetzalcoatl breitet seine Schwingen zum Gleitflug aus, denn hektisches Flügelschlagen ist sein Ding nicht. Eher nutzt er die warmen Aufwinde wie heute der Condor oder der Albatros. Unten belauern zwei Anhangueras einen Hatzegopteryx. Der hat einen kleinen Sauropoden gefangen. In der späteren Kreidezeit bestand Europa nur aus kleinen Inseln in einem weiten Urmeer. Da mussten die riesigen Pflanzenfresser wieder schrumpfen, um auf übersichtlichen Eilanden nicht zu verhungern. Und plötzlich waren die riesigen Flugsaurier die größten Räuber weit und breit. Der ausgewachsene Minisaurier ist auch für einen Langschnabel mit einer Spannweite von zwölf Meter ein zu großer Happen. Aber die Jungtiere hießen sicher schon mit Zweitnamen Mahlzeit, Ptero-Snack oder Lunch Time.

Krokodile sind zwar auch keine Dinosaurier, aber es gab trotzdem schon reichlich von Ihnen. Ein riesiger Sarcosuchus (auch bis zu 12 Meter) hat damals schon die Ufer von Flüssen und Seen unsicher gemacht. Und jeder Dino konnte froh sein, den scharfen Zahnreihen zu entkommen. Heute überlegen die Forscher ja immer wieder, wie die Saurier damals gelebt, gerannt, gefressen und überhaupt geatmet haben. Und weil die Dinos ja bis eben auf die Vögel ausgestorben sind, vergleichen die Wissenschaftler die Riesenechsen mit etwas zwischen Krokodil und einem Vogel Strauß. Howard zuckt mit den Schultern. Da kann man sich ja noch vieles dazwischen ausdenken, wenn man sich diese beiden Tiere heute ansieht.

Die wütende, tyrannische Raubsaurierin stapft missgelaunt weiter. Sie ist immer noch hungrig und auf der Suche nach leichter Beute. Howard findet ihren bunten Kopfschmuck gar nicht so unpassend, denn schließlich hat man inzwischen sogar Tyrannosaurus-Junge gefunden, die einen wärmenden Federflaum hatten. Der größte Dinoforscher aller Zeiten bedauert, dass die großen Raubdinos keine fiesnackten Reptilien mehr sein sollen. Er mag keine Herscherin der Kreidezeit, die ein aussieht wie ein schlechtgelauntes Hühnchen.


Fotos: W.Hein

Dies ist eine weitere Fachbärtagung für die weltbeste Saurierforschung. Der eigentlich allwissenden Dinoexperte Linus und sein Stichwortgeber für lange Fußnoten Howard sind Rica-Bären. Die Saurier wieder eine bunte Mischung aller führenden Hersteller von Kinderträumen.


Samstag, 27. Oktober 2012

Wir bekommen die Saurier, die wir verdienen



Große Fachbärenkonferenz im Garten: Howard hat Linus eingeladen, damit der kleine Bär etwas über Saurier lernt. Genau genommen etwas über die Entwicklung der Dinofiguren. Als erstes fängt er mit vier Raubsauriern an. Der größte ist gleichzeitig der jüngste, ein Tyrannosaurus Rex, der fast waagerecht auf seinen Hinterbeinen balanciert. Die älteren Tiere stützen sich noch mit dem Schwanz ab."Das liegt daran, dass man früher glaubte," erklärt der Große, "Saurier seien als Reptilien Kaltblüter und deshalb träge und schwerfällig."

Der älteste Saurier ist ein kleiner Allosauraus, die erste Kunststoff-Figur aus den Sechzigern, der noch ganz aufrecht geht. Die angewinkelten Vorderkrallen wirken so, als würde ein Hündchen Männchen machen, bevor es Pfötchen gibt. "Der sieht eigentlich aus, als würde da ein Mensch drin stecken," zeigt Howard, "wie in den japanischen Monsterfilmen. Eigentlich fehlt nur noch der senkrechte Reißverschluss auf Brust." Linus staunt, dass die anderen Saurier vor diesem trägen Tropf so viel Angst hatten. 

"Nun, die Pflanzenfresser waren damals auch nicht viel heller." Das ist der erste Sauropode als Figur, der natürlich noch 'Brontosaurus' hieß. Der Kopf ist noch viel plump und rund, weil auf dem ersten Skelett im Museum noch der falsche Schädel montiert worden war. Den richtigen Schädel haben sie erst beim nächsten Skelett gefunden. Linus schaut sich den Kopf genauer an: "Der zieht ja einen richtigen Flunsch. Bronto guckt damit wirklich etwas dämlich in die vergangene Welt." 

In den frühen Achtzigern glaubten die meisten Dinofreunde noch, die großen Saurier wären so schwer, dass sie die ganze Zeit in irgendwelchen Teichen und Tümpeln stehen müssten. Da war es ja wohl klar, dass sie ihre Hälse ganz hoch wie die Seerohre von Unterseebooten halten mussten. Die Saurier sahen zwar inzwischen ein bisschen pfiffiger aus, waren aber eigentlich immer noch schwere und plumpe Gesellen. Auf jeden Fall gab es bei den Figuren schon ordentlich große Brocken, wie diesen Diplodocus.

Ende der Achtziger gab es aus England die ersten Figuren, die von den Proportionen und den Details eher dem Stand der Saurierforschung entsprachen. Und aus dem 'Brontosaurus' wird endlich ein 'Apatosaurus'. Linus muss lernen, dass die Forscher oft nur Bruchstücke von den Saurierskeletten finden und sich dann den Rest ausdenken müssen. Da kann es schon leicht vorkommen, dass dasselbe Tier mehrere Namen bekommt. Aber eigentlich ist auch dieser Saurier noch etwas hochnäsig dafür, dass er den Schwanz immer noch hinterher schleift. Merkwürdigerweise gibt es aber keine Schwanzschleifspuren bei den gefundenen Saurierfußabdrücken, die versteinert in irgendwelchen Felswänden besichtigt werden können. Howard vermutet, dass es bei den schweren Dinoknochen früher einfacher war, die Skelette in den Museen mit auf dem Boden liegenden Schwänzen zu montieren. "Haha, schwere Knochen, das sagt man doch immer bei Übergewicht," freut sich der kleine Bär. "Na eigentlich gibt es ja keine Knochen, die Jahrmillionen halten," klärt ihn der Große auf. "Das sind Versteinerungen, die genau die hohle Knochenform nachgebildet haben, wenn die echten Gebeine zerfallen sind. Also haben die Museen riesige, schwere Steinpuzzles, die sie zu 27 Meter langen Figuren zusammensetzen. In Wirklichkeit waren Saurierknochen fligran wie Ultraleichtflieger gebaut und das geschätzte Lebendgewicht so eines Riesen hat so inzwischen eine ordentliche Abmagerungskur durchgemacht. Von trägen 30 Tonnen auf immer noch stattliche 12 Tonnen ... aber auch dafür mussten die Moppelsaurier wohl immer noch den ganzen Tag fressen.

Vorbei zieht zügig eine Herde mit Diplodoci und Cetiosauriern. Die vorderen sind noch unbemalt, wie sie ursprünglich im Museumsshop angeboten wurden. Die hinteren beiden sind inzwischen angepinselt worden und die Saurier werden so mit der Zeit immer bunter. Früher kamen die Echsen immer noch so daher, als müssten sie sich bei einem Panzermanöver des kalten Krieges verstecken. Deren Haut hatte Unfarben in moddergrün oder matschebraun, die wären auch als muschelige Tarnfarben durchgegangen. Linus gefallen die bunten Saurier auf jeden Fall viel besser.

Das vorn ist jetzt ein ganz moderner Diplodocus. Er hält Hals und Schwanz ganz waagerecht. Der winzige Kopf kann jetzt wie eine Staubsaugerdüse den Boden im weiten Bogen abgrasen, damit der riesige Bauch gefüllt wird. Der lange schwingende Schwanz kann wie eine Peitsche als Waffe eingesetzt werden. In aktuellen Bildern laufen die großen Pflanzenfresser auch in großen Herden über trockene Steppen, denn inzwischen zweifeln einige Wissenschaftler daran, dass selbst so ein winziges Gehirn mit Blut versorgt werden könnte, wenn der Kopf bis zu sechs Meter über dem Boden schweben würde. Und im Wasser müssten die Riesen so tief stehen, dass die Lungen Mühe gehabt hätten, gegen den Wasserdruck anzuarbeiten. Der weltbeste Dinoexperte überlegt noch, ob es komische Kräuter und Pilze in diesen Savannen gegeben hat, denn inzwischen bekommen die Dinos Farben wie im Drogenrausch.

Als nächstes zeigt Howard dem kleinen Bären einige der bekanntesten Dinosaurier, die schon seit Jahrzehnten in jedem Buch und Film auftauchen. Vom Stegosaurus, Triceratops und Ankylosaurus gibt es ebenso wie von den dicken beiden Sauropoden unzählige Figuren. Auch bei den Sauriern gibt es so etwas wie die 'Big Five' für afrikanischen Safaris. So wie man dort Elefanten, Löwen, Nashorn, Wasserbüffel und Leoparden gesehen haben sollte, gibt es augenscheinlich auch einige Riesenechsen, die jedes Kind kennt und sogar einige Erwachsene. Deshalb kann der allergrößte Urzeitforscher nur lässig abwinken, da kann Howard ihm doch nichts Neues erzählen.

Inzwischen ist klar, dass viele Saurier in riesigen Herden lebten, so wie die Hadrosaurier der Art Parasaurolophus. Deshalb haben die meisten Räuber wohl auch im Rudel gejagt, um überhaupt dazwischen zu kommen. Da die Tiere sich untereinander verständigen müssen, damit es in großen Gruppen nicht ständig ein Durcheinander gibt, können sie gar nicht so doof gewesen sein. Da trifft es sich gut, dass die Wissenschaftler inzwischen glauben, dass die Dinos eng mit den Vögeln verwandt sind, denn die heutigen Piepmätze kennen sich auch mit großen Schwärmen aus. Obwohl so ein Entenschnabelsaurier immer noch ein ganz schön großer Brocken bleibt. Howard meint, Linus könne sich auch eine afrikanische Savanne voller Saurier vorstellen mit einem Allosaurus oder Tyrannosaurus Rex als Rudelräuber ... so wie dieser Tage die Löwen.

Howard will gerade von gefiederten Räubern anfangen, die furchtbar schnell, wild und gefährlich weiblich sind, da blicken die beiden Fachbären auf die schweren Wolken am Himmel, die schnell dunkel heraufziehen. Die hinterhältigen Velociraptoren müssen sie wohl auf ein anderes Mal verschieben. Das weitere Fachsimpeln für Urzeitforscher wird für heute vertagt.


Fotos: W.Hein

Linus und Howard sind Rica-Bären. Die Saurier kommen von den verschiedensten Herstellern und zeigen, wie auch der Begriff 'Museumsqualität' dem Wandel der Zeit unterliegt.