Montag, 14. März 2011

Unsere verrückte Welt ...



Da bekomme ich ausgerechnet heute einen als Marketing-
Befragung getarnten Anruf, der mir die Möglichkeit offerierte bei
einem Anbieterwechsel Stromkosten zu sparen. Meine Antwort
darauf war, dass es nach den Vorkommnissen der letzten Tage in
Japan wirklich keinen Sinn mehr macht günstigeren Strom zu wollen.
Sondern ernsthaft darüber nachzudenken wie wir von dem so
unsicheren Atomstrom auf richtigen Ökostrom umstellen können.


Und deswegen haben wir hier und doppelt hält besser - auch noch
hier als ersten Schritt Appelle bei campact.de unterzeichnet ...


Und so kann man einen kleinen Schritt in Richtung
Atomausstieg
selber machen
. Wir melden auf UmweltStrom um! Das ist gar
nicht so extrem teuer, wie wir erwartet haben. Ebenso hilft es
sicherlich sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo man
selbst unnötig Strom verbraucht oder wo sich der eigene Strom-
verbrauch noch etwas reduzieren lässt. Hier gibt es Tipps zum
'Atomkraft wegsparen'.

Diesen Post finde ich zu dem Thema sehr interessant!

Und
dieser Artikel ist ebenfalls lesenswert ...



Kommentare:

Alke hat gesagt…

nein, atomstrom.. brauchten wir noch nie...
aber.. man erzählt uns ja immer, das es ohne nicht geht.. und wer hört auf uns...? auf die, die es seit jahrzehnten wissen, dass es ohne geht?
so traurig es ist, ich mag es gar nicht öffenltich sagen.. aber ich habe es zu hause privat ganz kurz gedacht "gott sei dank hat es ein land auf unserem wirtschaftsniveau getroffen" !pfui! natürlich meine ich das nicht so - nicht "gott sei dank" ich meinte nur, dass man da mal sieht, dass sich auch ein weit entwickeltes land nicht gegen natur retten kann.. und verdammt.. hoffentlich sich jeder hierzulande und weltweit das mal als mahnmal ansieht. und mein allertiefstes mitgefühl geht an die menschen in japan! zum ausdrücken meiner gefühle für die menschen dort fehlen mir die worte....

schweizergarten hat gesagt…

Freie Energie kann ich da nur sagen - es gibt sie wirklich! Nur ist niemand von den grossen Bossen daran interessiert, das der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen -man verdient ja irgendwann nichts mehr daran. Auch das ganz Bioethanol-Geschwafel regt mich immer so auf - was bitte soll daran bio sein, wenn Essen im Auspuff oder im Kamin landet? *grrr.*** solche Themen sind Reizwörter für mich , nicht persönlich nehmen, gell?
Manchmal frage ich mich aber schon, wie viele aus meinem Umfeld naiv glauben, das uns immer die Wahrheit gesagt wird. Die Medien schreiben schon lange nur noch das, was erlaubt ist.
LG Carmen

Herz-und-Leben hat gesagt…

So intensiv bin ich da noch nicht eingestiegen, um beurteilen zu können, ob "wir" tatsächlich ohne diese Atom-Energie auskommen würden bei unserem derzeitigen Verbrauch! Denn die Energie muß ja zunächst einmal bereitgestellt werden, um sie verbrauchen/benutzen zu können.

Ursprünglich wurden doch wohl die AKWs angeschafft, um unseren erhöhten Energiebedarf zu befriedigen, so habe ich das jedenfalls in Erinnerung. Werde mich da nochmal schlau machen ...

Abartig finde ich natürlich auch, wie Carmen schon schreibt, Nahrungsmittel zu verpuffen, wo andererseits so viele Menschen auf dieser Erde HUNGERN!

Nach wie vor bin ich der Überzeugung, daß es nur über den Weg geht, uns im Verbrauch EINZUSCHRÄNKEN, nicht aber so weiterzumachen wie bisher oder gar immer noch mehr zu wollen - der Preis ist nun einmal ein hoher!
Der Mensch neigt leider dazu, die Verantwortung immer auf andere abzuschieben - den eigenen Balken im Auge sieht er oftmals nicht.

Lieber Gruß
Sara

Herz-und-Leben hat gesagt…

Soweit ich aber informiert bin, bekommt man immer Atom-Strom mitgeliefert, weil sich das technisch nicht trennen läßt. 15 - 25 % sollen Solarstrom sein ... und daß inzwischen zu viel Strom produziert wird, der ins Ausland verkauft wird ... da hilft wohl wirklich nur der politische Weg ...

Borkergarten hat gesagt…

Hallo,
ob wir Atomstrom brauchen oder nicht kann ich nicht beurteilen. Aber ich gehe davon aus, dass ich, obwohl mein Anbieter mit Strom aus Wasserkraftwerken wirbt, auch Atomstrom beziehe. Wenn Atomstrom wegfällt, werden wir wieder mehr Kraftwerke aus fossilen Brennstoffen bekommen. Das wollten bisher auch etliche nicht. Der Ausbau von Windkraft und den entsprechenden Leitungen ist auch nicht problemlos. VG Manfred

SchneiderHein 3 hat gesagt…

@ Alle
Das mag jetzt befremdlich klingen, aber mein Mitgefühl nützt den Japanern gar nix. Ich finde es auch tragisch, mit wie vielen natürlichen & hausgemachten Problem das Land bzw. die Bevölkerung dort jetzt umgehen muss.
Aber mehr als Spenden wird von hier aus wohl nicht möglich sein.
Befremdlich finde ich, wie jetzt logischer Weise die japanischen und sogar asiatischen Aktien immer mehr an Wert verlieren. Aber es geht ja darum Verluste zu minimieren ...


Gerade heute früh im Fernsehen wurde darüber berichtet, dass Deutschland den Strom der 7 unsichersten Kernkraftwerke nur exportiert. Also dieser produzierte Strom für die eigene Versorgung noch nicht einmal nötig ist. Woher und welchen Strom die Importländer dann allerdings beziehen könnten, wurde natürlich nicht gesagt. Bis 2020 - eigentlich immer noch eine verdammt lange Zeit - könnte wohl auf die restlichen Werke verzichtet werden.
Schlimm finde ich eigentlich weniger die von einem Atomkraftwerk ausgehende Gefahr. Sondern die Produktionsabfälle, die wir nachhaltig unseren Nachkommen vererben ohne bis jetzt eine Lösung gefunden zu haben, wo wir all' den Atommüll lassen. Und dass es jahrelang möglich war den Kram einfach mal so in die Asse zu kippen. Und wie werden nach einer Stillegung Atomkraftwerke überhaupt sicher verpackt?

Ein eigentlich dagegen belangloses Thema ist die EU-Verordnung zur Abschaffung der Glühlampe. Die finde ich jedoch immer noch Quatsch. Da die gute alte Glühlampe in manchen Bereichen für eine kurze Nutzung immer noch ihre Daseinsberechtigung hat. Und auch da entsteht jetzt wieder viel mehr gesundheitsgefährdender Sondermüll ...

Im Nachhinein ärgere ich mich über mich selbst, dass ich die Laufzeitverlängerung wütend, aber klaglos hingenommen habe. So wie wohl viele hierzulande.
Und da die Förderprogramme für Solaranlagen immer mehr eingedampft wurden, habe ich natürlich auch keinen Gedanken mehr daran verschwendet, dass wir ein Süddach haben, wo eine Solaranlage nicht chic, aber sicherlich vernünftig wäre. Stattdessen habe ich mich ganz ehrlich auch nur über ständig steigende Strompreise geärgert.

Auch der Umstieg auf richtigen Ökostrom ist unbequem. Denn man muss sich wohl wirklich genau damit auseinandersetzen woraus der Strom gemacht wird. Da scheint es verschiedene Modelle und reichlich Augenwischerei zu geben. Da man mit dem Thema und dem schlechten Gewissen der Bürger eben auch gutes Geld verdienen kann ...

Von selbst passiert nix auf dieser Welt. Immer sind Veränderungen unbequem und kosten Gehirnschmalz, Geld und stoßen bei einigen Gruppen auf Widerstände. Aber durch das 'Konzept' der Laufzeitverängerung werden diese Überlegungen zu verträglicheren Alternativen viel mehr behindert oder sogar nicht mehr weitergedacht. Ziel der Stromkonzerne ist nun mal Gewinnmaximierung. Und der Aktionär erwartet das ja auch von seinem Konzern ...

Klar ist das alles komplex und bestimmten Gruppen tut es ganz bestimmt weh. Aber wenn jeder immer nur auf seinen Vorteil bedacht ist ...

Aber ich vermute immer mehr, dass hier im Land auch reichlich Egoismus vorhanden ist.

Wenn ich mir die Bilder aus Japan ansehe, wie da trotz aller Katastrophen noch Ruhe bewahrt wird.
Während hier schon die Jodtabletten ausverkauft sind! Ich bin mir sicher hier gäbe es nach einer solchen Atomkraftwerks-'Panne' sofort Plünderungen und Mord & Totschlag und danach Massenflucht, da fast jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht wäre.
Schönes Beispiel Urlaubsbuffet: Selbst da werden ja die Teller aufgehäuft, man könnte ja sonst zu kurz kommen. Oder das Reservieren der Liegestühle früh morgens am Pool.
Wir reden zwar alle davon wie wichtig Rücksicht und Gemeinschaft ist, sind aber oftmals verdammt egoistisch.

SchneiderHein 3 hat gesagt…

@ Alle Teil 2
Von daher finde ich das von Carmen beschriebene Beispiel mit dem Bioethanol sehr treffend.
Und ich finde das Modell genauso unsinnig, wie dass für uns Schnittrosen in Afrika produziert und hier hergeflogen werden. Während in anderen Teilen des Kontints Menschen verhungern. Ist das sinnvoller Umgang mit Ressourcen? Aber das ist leider ein Globalisierungsproblem.
Da hätten wir alle auf der Welt durch die Finanzkrise eine echte Chance zum Umdenken gehabt. Aber da waren die Industrieländer nur damit beschäftigt möglichst schnell den Wirtschaftsmotor wieder anzuschieben ...

Mir ist klar, dass der kleine Boykott nicht viel bringt. Obwohl damals bei der BSE-Gefahr im Rindfleisch haben die rückläufigen Verkaufszahlen ja wohl zu einigen Veränderungen im 'Produktions'-Ablauf geführt.

Auf der Straße demonstrieren finde ich merkwürdig. Wenn ich mir die Mahnwachen & Menschenketten ansehe, dann schwingt bei mir immer ein wenig das Gefühl von Alt-68ern und sogar vom Karneval mit. Da finde ich solche Unterschrifts-Appelle sinniger. Zumal auch für den Steuerbürger kostengünstiger. Denn jede Demo braucht ja nicht nur eine Genehmigung sondern auch ein entsprechendes Polizeiaufgebot. Das Geld fehlt dann wieder an anderer Stelle oder treibt unsere Schuldenuhr in die Höhe.

Ganzheitliches Denken - ist das heutzutage überhaupt noch möglich bei der Komplexität der Dinge die jetzt auf der Welt geschehen?
Ich als Mensch kann nur versuchen umzudenken, mit gutem winzig kleinem Beispiel voranzugehen, und mir vorzunehmen durch mein Dasein auf der Erde möglichst wenig Schaden anzurichten ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ja, wir beziehen ca. 20 % Atomstrom, brauchen den also nicht wirklich. Aber insgesamt geht die Welt eben sehr verschwenderisch mit Energie um. Frankreich bezieht ja fast alles aus Atom!

Wir verkaufen unseren Atomstrom hauptsächlich - da stoßen sich einige gesund, allerdings ohne die Langzeitfolgen zu betrachten, denn unter diesen haben diejenigen genauso zu leiden wir wir alle - außer, daß sie in der Zwischenzeit "gut" gelebt haben ... auf Kosten anderer ...

Die Gefahr finde ich schon sehr schlimm. Ich weiß nicht, ob Du das Buch "Die letzten Kinder von Schewenborn" kennst - darin werden die Auswirkungen sehr plastisch beschrieben. Da kann man nur sagen "Gute Nacht Marie" - wenn der Fall bei uns in der Nähe mal eintreffen sollte ... Der Abfall/Müll ist natürlich mindestens genauso furchtbar! Wir leben hier ständig mit der drohenden Gefahr! In die Asse fahren wir schon seit Jahren nicht mehr zum Wandern, aber was nützt es, sie ist ja so weit weg leider nicht und wenn ich nur an das Grundwasser denke ... man darf eben gar nicht dran denken ... und im Endeffekt kann man doch nichts dran ändern - die Leute wählen halt das kleinste Übel, aber sie wählen EIN Übel!

Aber die Solaranlagen müssen auch sehr energieaufwändig zunächst produziert werden und die Windkraftanlagen sind auch nicht "ohne", nur um mal den gesundheitsschädlichen Infraschall zu nennen und wer dort in der Nähe wohnt - das sind keine tollen Aussichten. Landschaften werden auch dadurch unbenutzbar und zerstört. Es gibt eben nur einen Weg, der wirklich etwas verbesser: Weniger verbrauchen! Denn es gibt nichts, keine Technologie, die komplett schadensfrei ohne eine negative Seite ist. Man kann bestenfalls das kleinere Übel wählen ... besser ist, gar nicht erst so verschwenderisch zu sein, dann gibt es einige Probleme weniger. Aber das wird wohl bei der Einstellung der Menschen von heute eine Wunschdenken-Utopie bleiben.

Beim Ökostrom ist es lediglich so, daß man die Programme mit finanziert, also daß z.B. mehr Windkraftanlagen gebaut werden können, wenn man den kauft. Aber in die Leitung wird genauso auch Atomstrom eingespeist. Wie sollte man das auch trennen? ;-)

Das mit dem Bio-Ethanol macht bestenfalls auf Flächen Sinn, die für Nahrungsproduktion unbenutzbar sind ...

Zu den Protesten - obwohl, wenn wirklich Alle auf die Straße gingen, sähe die Sache noch ganz anders aus!!! Doch das ist in Good Old Germany leider leider nur bei der Fußball-WM (siehe Berlin) möglich!

Lieber Gruß
Sara