Freitag, 8. Mai 2009

Mein weißer Vorgarten



Hinter der akurat geschnittenen Hecke tobt die weiße Wildnis
auf etwa 40qm im Vorgarten meiner Mutter in Braunschweig.
Hier durfte ich 1983 mit dem Experiment eines weißen natur-
nahen Gartens beginnen. Inzwischen ist er allerdings in die
Jahre gekommen. Und nach der Überarbeitung Anfang der 90er
wäre jetzt mal wieder eine ordnende Hand erforderlich, die
die ursprünglich angelegte Form wieder freilegt und nachbessert.
Doch unser Wildwuchsgarten in Hannover, unser Vorgarten und
der Zweitgarten (der Garten meiner Mutter hinter dem Haus),
für den ich maximal 2x pro Woche Zeit aufbringen kann, lassen
kaum Gelegenheit für eine grundlegende Überarbeitung. Also
wird hier weiter gewuchert, was das Zeug hält. Und nur, wenn
es zu arg wird, werden die Pflanzen wieder durch gemäßigten
Rückschnitt in ihre Schranken gewiesen.

Den Flieder schneide ich über der Hecke jedes Jahr
stark zurück. Daher blüht er im unteren Bereich nur
selten. Diesen Grünbereich soll dafür die Spiere mit
Blüten füllen. Doch in diesem Jahr vereinen sich die
Blütendolden beider Sträucher.

Den höher gelegenen Bereich hat der
Flieder allerdings noch für sich allein.

Und er gehört hier im Moment her. Das ist sein Garten für
den sonnigen Nachmittag. Eben passt sein Zweit- oder Dritt-
Name wieder hervorragend zu ihm: Müder Miesetieger.

Dieser Schneeball war ein absoluter Glücksgriff. Nachdem wir
nun schon die besten Erfahrungen in unserem Wildwuchsgarten
mit einem
Japanischen Schneeball sammeln konnten, endeckte
ich den Sommer-Schneeball - Viburnum plicantum 'Summer
Snowflake' vor einigen Jahren im Garten-Center. In heißen
Sommern braucht er allerdings so manche zusätzliche Wassergabe.
Und im letzten Sommer sind sogar einige Blätter regelrecht unter
der Hitze verbrannt. Aber er hat sowohl den trocken Sommer als
auch die eisige Winter-Kälte gut hinter der Hecke überstanden.
Und er blüht und blüht. Ganz erstaunlich ist, dass er immer wieder
zur Nachblüte kommt, solange die zusätzliche Wasserzufuhr stimmt.

Die angegebene Höhe von 2m hat er inzwischen erreicht.
Und geschnitten habe ich ihn bis jetzt noch nicht.

Seine Blütezeit wird für Juni bis August angekündigt.
Aber in diesem Jahr scheinen diese Regeln ohnehin
alle nicht zu gelten.

Der Geißbart kommt auch schon hinter der Hecke hervor.

Wahrscheinlich dauert es nur noch ein paar Tage bis zur Blüte.

Im Vordergrund steht Schneewittchen und rechts daneben
ist mir auch dieser Elfenbein-Ginster eingegangen. Mit den
Ginsterbüschen soll ich wohl wirklich nicht viel Glück haben.
Die Spiere dahinter fühlt sich dort unter dem Holunder vor
dem Haus allerdings sehr wohl. So wohl, das ich sie meistens
sogar 2x im Jahr schneiden muss.

Von dieser Seite hat man freie Sicht auf den Flieder.
Denn der Geißbart behindert ihn kaum. Doch beim
genaueren Hinschauen blitzt schon etwas Spiere ...

Betritt man den Hof, sind schon die ersten Holunderblüten
zu erkennen. Nun beginnt bereits seine Zeit. Und links den
Wachholder sollte ich auch schon bald wieder schneiden,
damit die Einfahrt nicht zuwuchert!

Fotos: S.Schneider



Kommentare:

Gefundenes Paradies hat gesagt…

Hi,
ganz in weiß.....oh,wie passend zum Monat Mai.
Mit dem Schneeball habe ich selten Glück.
Meißt kommt der erst gar nicht zur Blüte,weil der Frost einfach wieder schneller ist......
LG
Anke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anke
Ups, daran habe ich bei Weiß gar nicht gedacht. Weiß ist schon sehr lange eine meiner Lieblingsfarben für Blüten und Einrichtung. Komischerweise aber überhaupt nicht für Kleidung. Ob ich deswegen damals in Tannengrün geheiratet habe? Oder lag es doch eher daran, dass Weiß für eine Feier am Nordseestrand eher unpassend ist?

Mit dem normalen Schneeball habe ich auch sehr oft Probleme: Zerfressene Blätter oder total verlaust. Aber die Viburnum plicatum-Züchtungen sind da wohl etwas pflegeleichter. Nur in sehr trockenen Sommern leiden sie bei Wassermangel.

Herz-und-Leben hat gesagt…

Dann sind wir ja - fast - Nachbarn gewesen :-)
Ein Traum solche in weißer Garten. Ich mag die weißblütigen auch sehr. Hier wächst ein Duftschneeball, der im Frühling blüht.
Wenn nur die Sache mit der Zeit nicht wäre ;-)

Lieber Gruß
Sara

Herz-und-Leben hat gesagt…

Wo ich das grad noch lese - mit meinen Schneebällen - es sind eigentlich zwei, habe ich bis jetzt überhaupt keine Probleme. Aber wie die unterschiedlichen Arten so sind und das noch im Kontext mit den abiotischen Faktoren, wie Boden, Licht ...