Montag, 12. Mai 2008

Fehlfarbe Weiß



Als wir 1996 mit der Gartenplanung anfingen war klar, der
Garten hinterm Haus wird Weiß/Blau. Deshalb sollten die im
Garten vorgefundenen rosa und rotvioletten Pflanzen in den
Vorgarten wandern. Und einige Stauden und Sträucher sollten
schnell dazu kommen. Aber so wie sich in den Wildwuchsgarten
immer mal wieder Fremdfarben einschummeln, gibt es auch im
schmalen Gartenstück vor dem Haus Fehlfarben: Weiße Akeleien,
weißen Storchschnabel und etwas später eine weiße Wildrose.
Alles Einwanderer, die wir hier nie gepflanzt haben.

Wahrscheinlich eine Vogelwurfsendung:
Eine unbekannte Wildrose

Passt mit ihrer rosa Knospe aber ins Farbkonzept.

Erstaunlicherweise wächst hier eine weiße Akelei.
Die extra
für den großen Garten gekauften Stauden
verschwinden leider immer wieder.

Woher kommt hier ein weißer Storchschnabel?
Unsere Nachbarn haben keinen vor ihren Häusern.

Die wild wuchernde Wicke drängelt sich
schon wieder in den Vordergrund.

Neben weißem Storchschnabel haben sich auch
noch violette angesiedelt. Denn nur das rosa
Geranium haben wir vor vielen Jahren gesetzt.

Inwischen gefällt es dem Storchschnabel im
Vorgarten so gut, dass er sich überall hin versamt
hat. Vielleicht ist dies ja die Mutterpflanze.

Hier ist noch eine Rispe mit Geranium-Knospen.

Dies ist die zarte Blüte des stinkenden Storchschnabels.
Er nutzt jedes freie Plätzchen, um sich auszubreiten.
So unscheinbar das Ruprechtskraut im Sommer auch wirkt,
im Herbst hebt es sich durch intensive Laubfärbung hervor.

Unser Mülltonnen-Storchschnabel, der eigentlich
nur vorn an der Hecke blühen sollte. Inzwischen
ist er natürlich auch mitten im Beet zu finden.

Die Flaschenbürste des Wiesenknöterichs.

Er gedeiht im Halbschatten der Hecke.

Aber er nimmt auch Kontakt zum Geranium auf.

Über den Stauden erheben sich mindestens drei
verschiedene Wildrosen. Wir hatten ganz im Anfang
nur eine Kartoffel-Rose vor die Kiefer gepflanzt.
Die weiteren haben sich hier zusätzlich angesiedelt.

In unserem Wildwuchsgarten geht die Spornblume
als weiße Variante auf Wanderschaft, ...

... hier bleibt die Rötliche ihrem Standort
hinter der Hecke treu.

Ganz im Gegensatz zu den Akeleien, die jedes
freie Fleckchen für sich in Besitz nehmen.

Der Rosenginster wird seit einigen Jahren
von einem Kriechwachholder überwuchtert, ...

... aber auf den immergrünen Zweigen kommen seine
Blüten noch schöner zur Geltung. Und außerdem bietet
der Wachholder dem Ginster einen guten Winterschutz.

Diese Stauden-Pfingstrose muckelte seit Jahren. Erst als
sie eine Rose als Nachbarin bekam, erscheinen ein paar
Knospen. Wahrscheinlich profitiert sie nun vom Rosendünger
und den vermehrten Wassergaben.

Genauso ergeht es wohl dem Sommerflieder, denn ...

... unter ihm steht eine namenlose englische Rose.
Seitdem wir auch sie großzügiger versorgen, gedeiht
sie endlich.

Noch stehlen ihr Akelei und Stochschnabel die Schau.

Im Moment haben noch ihren großen Auftritt im Vorgarten.

Sie haben noch eine große Blühkraft und ...

... drängen die etwas versteckt vor dem Haus
stehende Tamariske in den Hintergrund.

Da hat die weiß blühende Ligusterhecke demnächst
schon bessere Chancen, die Aufmerksamkeit auf sich
zu lenken. Doch zur Zeit übernehmen noch die nach
Zitrone duftenden Stochschnäbel die Fehlfarben-Rolle
in unserem Vorgarten.

Fotos: SchneiderHein



Kommentare:

Bulgariana hat gesagt…

Wunderschön! Einfach traumhaft! So soll ein echter Garten sein!
Der weisse Storchschnabel ist eine sehr edle Pflanze,meiner blüht heuer das erste Mal so richtig.

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Silke und Wolfgang,
ja, ja, wir planen wie die Weltmeister und die Ameisen und Vögel sind da meist ganz anderer Geschmacks-Ansicht und tragen uns die Samen an die "richtigen" Stellen.
Das gemeine ist, daß sich die Pflanzen an diesen Plätzen oft viel wohler fühlen, als dort, wo wir sie vorgesehen haben. Deine Persicaria bistorta sieht ja genauso fett aus, wie meine, sieht man oft mickern, mit ganz kleinen oder schmalen Blütenrispen. Ich liebe sie zwischen blauen Iris und blauen Akeleien.
Ich wünsche Euch einen guten Wochenbeginn.
Lieber Gruß vom Wurzerl

Helga hat gesagt…

Einfach herlich euer Vorgarten.Ich liebe solchen Wildwuchs und Zufallsblumen.
L.G.
Helga

Ute hat gesagt…

Ich muss Wurzerl unbedingt Recht geben. Die Natur hat so ihre eigenen "Überlegungen". Das mit den Farben ist interessant. Auch ich habe die Erfahrung mit den Akeleien gemacht, dass sich die gekauften weniger gut verbreiten als die anderen, die wer weiß woher kommen. Habe aber im letzten Jahr gezielt die Samenstände entfernt, von denen ich meinte, genug zu haben (die rosafarbenen). Das hat geholfen, jetzt sind die blauen in der Überzahl, aber woher die weißen kommen, weiß ich auch nicht.

manus-schafe-gartenwelt hat gesagt…

Wunderschöen Bilder und wieder mit so viel Liebe und Hingabe präsentiert.
Sehr schön
Ganz liebe Grüße Manu

Gudi hat gesagt…

Hallo ihr Beiden!
Auch ich hatte einmal ein auf zwei Farben abgestimmtes Beet angelegt. Bereits im zweiten Jahr belehrte mich die Natur, dass sie damit nicht einverstanden ist.
Ich akzeptiere und liebe das Beet nun so wie es ist. Es ist eben natürlich!
Dieser Post hat wieder einmal wunderschöne Fotos. Und die Texte dazu sind wie jedesmal so einfühlsam geschrieben. Man spürt darin eure Liebe zum Garten.

Andrea hat gesagt…

hallo! Schön geschrieben. Ich lasse die Pflanzen da stehen, wo sie sich aussamen, denn sie haben sich den Platz selbst ausgesucht. Geraniümmer habe ich viele gesetzt diesen Frühling und auch im Herbst. sie blühen gerade. Schöne Woche!