Dienstag, 22. April 2008

Unser Vorgarten im April



Seine Zeit ist nun schon wieder fast vorbei.
Die ersten Blüten des Hohlen Lerchensporns
vertrocknen im sonigen Vorgarten.

Aber ganz versteckt, vom Fußweg aus nicht
zu sehen, hat sich noch ein Pflänzchen unter
der Ligusterhecke entwickelt.

Hier kommt auch eine Rispe der Frühlings-Platterbse hervor.

Sie gehörte vor 12 Jahren zur Erstausstattung
unseres Vorgartens und hat inzwischen einige
Ableger auf der kleinen Fläche verteilt.

Die Schachbrettblume war eher ein Experiment:
In unserem Wildwuchsgarten wurden mir diese
zarten Pflänzchen häufig zerfressen. Daher hatte ich
ein paar der violett blühenden Knollen im letzten
Frühjahr
nach der Blüte in den Vorgarten gesetzt.

Die pinkfarbende Pfingstrose kommt kraftvoll aus der
Erde hervor. Hoffentlich profitiert sie nun endlich von
ihrem rosennahen Standort und schenkt uns in den nächsten
Wochen ein paar Blüten. Seit vor 2 Jahren einige violette
Rosen in ihrer direkten Nachbarschaft eingezogen sind,

bekommt auch die Pfingstrose mehr Wasser und Dünger.

Ganz in der Nähe, versteckt zwischen Hecke und Rosen,
erheben sie die zierlichen Blüten der Elfenblume.

Sie muss sich schon ein wenig beeilen, denn
die kräftigen Austriebe eines Storchschnabels
kommen immer näher und stehlen ihr bestimmt
demnächst die Schau.

Diese Helleborus Orientalis ist ein Sämling
aus dem Garten meiner Mutter.

Im Moment zieht sie noch alle Blicke auf sich.
Aber schon bald übernehmen andere Pflanzen
diese Rolle.

Doch es gibt auch die kleinen Erscheinungen am Rande,
die zur Zeit mit zarten Blüten fast unscheinbar bleiben.

Das rot-violette Immergrün, das eigentlich als Teppich
den gemulchten Boden des Vorgartens bedecken sollte,
klettert nun lieber als zartes Rankgewächs in der
Ligusterhecke empor.

Die Rosen sind schon auf dem Vormarsch.
Cardinal Hume habe ich in diesem Frühjahr
kaum zurückgeschnitten. Ihre Triebe waren so
energiegeladen und gesund. Und selbst der späte
Wintereinbruch hatte ihren neuen Spitzen
kaum geschadet.

Noch zieht die Blutjohannisbeere auf der anderen
Seite des Vorgartens die Aufmerkamkeit auf sich.

Selbst bei diesem recht wuchsfreudigen Strauch hat
es einige Jahre gedauert, bis er so viele Blütenrispen
hervorbrachte. Da müssen wir uns wohl bei unserem
rosa-weißen Ribes im Wildwuchsgarten noch etwas
länger gedulden.

Wer schneidet eigentlich in der Natur die Rosen?
Als wir im letzten Juni in Rosarium in Sangerhausen
waren, fanden wir zumindest an einigen Wildrosen
noch ein paar Hagebutten. Auch in unseren Gärten
ist das Angebot für die Tiere offensichtlich so
reichhaltig, dass es immer noch einige Hagebutten
an der Rose am Spalier gibt.

Und er ist auch schon wieder da! Eigentlich als Unkraut
gefürchtet, aber leicht herauszuziehen und mit kleinen
herrlichen Blüten -
der stinkende Storchschnabel.

Wenn sie es endlich geschafft hat, wird auch
die rosa
Kartoffelrose zum wild wuchernden Unkraut.
Aber von dichten Hecken, wie auf den Mittelstreifen
der Autobahnen, sind wir hoffentlich noch Jahre oder
gar Jahrzehnte entfernt.

Auch die Kiefer vor dem Haus entwickelt sich nur
langsam. Sie stand vor 12 Jahren bereits im Vorgarten
und bildet zusammen mit dem
Kirschlorbeer, einer
Muschelzypresse und drei verschiedenen Wachholdern
den immergrünen Hintergrund des Vorgartens.

Zwischen Kuhschelle und Storchschnabel schiebt sich die
erste kleine Rispe eines jungen Wiesenknöterichs hervor.

An seinem ursprünglichen Platz sind seine Blätter
schon weiter entwickelt und es dauert nur noch
ein paar Wochen bis auch unser Vorgarten wieder
zugewuchert ist ...

Fotos: SchneiderHein



Kommentare:

NaturEllas Schatzkiste hat gesagt…

Storchschnabel und Frühlingsplatterbse habe ich gar nicht. Welche Ansprüche stellen diese Pflanzen?

LG
Ella

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ella
Eigentlich gar keine. Nur Platz und etwas Sonnenlicht. Der Storchschnabel neigt zum angenehmen Wuchern. Schau mal im 'Hanggarten' vorbei, da sind die edleren Sorten zu sehen:
http://hanggarten.blogspot.com/search/label/Storchschnabel

Liene hat gesagt…

Oh die Helleborus orientalis ist ja toll. Habe in unserem Garten leider nur die weiße Sorte der Helleborus. Hab gelesen ihr habt sie euch selbst aus Samen gezogen, das find ich toll. Hätte auch gern noch eine andere Sorte. Erscheinen die Samen denn direkt nach der Blüte?

Viele Grüße
Liene

SchneiderHein hat gesagt…

@ Liene
Ich vermute, Du meinst die früher blühende Helleborus niger. Mit der hat wohl fast jeder Christrosen-Begeisterte irgendwann den Einstieg in das Thema gefunden. Ich hatte die rötliche Lenzrose vor vielen Jahren zufällig entdeckt. Und nach und nach kamen immer neue Varianten hinzu. Es gibt einfache, gefüllte, getupfte und wunderschöne Farbvarianten von den Orientalis. Und dann gibt es auch noch die Wildformen ... auf unserem Wildwuchs-Blog gibt es unter 'Virtuelle Gartenbibliothek' einen sehr informativen Link dazu.

An vielen Pflanzen erscheinen schon dicke Saatkapseln. Aber bis sie aufplatzen, dauert es noch etwas. Es gibt wohl einige Helleborus-Fans, die die Saat absammeln und aussäen. Ich habe leider überhaupt kein Händchen für Topfkulturen. Daher überlassen wir das Aussamen lieber der Pflanze und setzen ihre Kinder nach ein paar Jahren an geeignete Stellen.

Andrea's Garden hat gesagt…

hallo Silke, schöne Bilder wie immer. Wenn ich deine hübsche Schachbrettblume sehe, dann erinnere ich mich, dass ich unbedingt auch mind. eine haben möchte. Nur muss ich mir dafür ein geeignetes Plätzchen suchen und jetzt ist es wohl wieder zu spät .. also muss sie auf die "HBW-Liste". LG Andrea

manus-schafe-gartenwelt hat gesagt…

Ich habe heuer mal wieder einen Storchenschnabel gesetzt, allerdings die miniaturausgabe, mal gucken ob das Pflänzchen sich bei mir wohlfühlen wird..
Bei den Rosen gehts bei mir momentan auch schon rund. Die ersten Knospen sind sogar schon zu sehen. Bin schon gespannt, wie einige von ihnen, die ich heuer bzw. letztes Jahr im Herbst gesetzt habe, blühen werden.
Wünsche euch ein wunderschönes WE.
LG Manu

SchneiderHein hat gesagt…

@ Andrea
Dann solltest Du Deine Haben-wollen-Liste wohl besser mit einem Termin-Plan kombinierten: Im Herbst - Zwiebeln suchen oder im Frühjahr - ab Ende Januar nach Schachbrettblumen-Töpfchen Ausschau halten. Es ist ganz unterschiedlich, wann sie im Handel im Frühjahr auftauchen. Aber bis jetzt liefen sie mir doch noch jedes Jahr über den Weg... Oder ich ihnen?
Jedenfalls habe ich mit im Herbst gesetzten Zwiebeln kaum grasige Blätter und fast keine Blüte bekommen. Aber unser Garten ist ja auch eine Herausforderung an jede Pflanze...

@ Manu
Knospen sehe ich auch schon einige an den Rosen. Aber eigentlich bin ich froh, dass die Natur nun durch den Spät-Winter hier wieder etwas normaler ist, als im letzten Jahr: Da blühte zum 1. Mai unsere erste Winchester Cathedral und Mitte Juni war die Haupt-Rosenzeit schon beendet.
Mit Storchschnabel dürftest Du eigentlich kaum Probleme haben, der kämpft sich in allen Größen bei uns durch den Wildwuchs-Garten - ein herrliches Pflänzchen, dass mit seiner Nachblühte bis in den Herbst Freude machen kann!

Elke hat gesagt…

Ich wusste gar nicht, dass bei euch der Vorgarten einen eigenen Blog hat ;-)
Da muss ich doch wohl öfter auch mal hier vorbei schaun. - Hoffentlich hattet ihr heute brauchbares Wetter für die Offene Pforte und viel Publikum.
Herzliche Grüße
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Keinen eigenen Blog, aber ein eigenes Label. Genau wie der Garten meiner Mutter - der Zweitgarten, von dem ich reichlich Bilder habe, aber immer noch nicht dazu komme die Posts hier häufiger mal einzubauen. Wenn ich da alle paar Wochen mal eine Fotorunde mache, komme ich auch mit etwa 400 Bildern zurück - und dann kommt das Auswählen... Wir haben ja noch so viel vor, aber die Zeit!