Mittwoch, 5. März 2008

Irgendwie dazwischen



Hasenmaus war die letzten Tage schon ganz aufgeregt.
Es roch und schmeckte überall schon nach Frühling.
Die hellgrünen Spitzen sind richtige Blätter geworden und
die ersten Brummer sausten durch den Garten. Die
brummeligen Seebären hatten gesagt, sie machten jetzt
Winterpause. Doch wenn der Winter ausfällt, könnte er
endlich seine praktischen Seehasen-Prüfungen machen.


Dann kommt über Nacht so ein blöder Blitzwinter. Der Steg
ist plötzlich rutschig glatt und der Teich hat eine Eisdecke.
Zwar nicht so dick, dass ein Leichtmatrose darauf Schlittschuh
fahren kann, aber das Steuermannspatent kann man ja wohl
vergessen. Hasenmaus ist ziemlich unglücklich. Da kann ihn der
Nachbarjunge im geliehenen Schafspelz auch nicht trösten
.

Wenigstens hat das Langohr noch seinen Schlitten. Der wartet
auch schon mehrere Monate auf seinen Einsatz. Geschwind saust
der Hasenjunge ins Haus und schon kurze Zeit später schiebt
er das Kufenteil über den weißen Steg.

Das Ferkel ist begeistert. Das ist ja ein großartiger
Schlitten mit einem richtigen Schweinesitz. Und
einen flinken Hasenantrieb hat er auch schon.

Der Hasenantrieb hat sich die Sache zwar etwas anders
vorgestellt, aber anders herum mit der rosa Schlittenkraft
kommen sie gar nicht voran. Eigentlich fehlt es dem Steg
an Gefälle. Dann könnten sie beide aufspringen und der
Schwerkraft das Rutschen überlassen. Vielleicht gibt es ja
hinten im Garten einen Schweinehang am Hasenhügel ...


Doch hinten im Garten hat die Sonne den Winter schon
wieder weggetaut. Kein Schnee ist zu sehen, nur so ein
paar nasse Flecken. Diese Zeit ist irgendwie dazwischen.
Hasenmaus wird so weder Seebär noch Schneehase. So
wird doch aus einem Langohr nie irgendetwas!

Wenn es keinen Schnee gibt, kann der junge Hase den
Schlitten auch als Sonnenliegestuhl nutzen. Und noch weiter
für seine Prüfung in Seemannsflüchen üben. "Hol doch diesen
einbeinigen Winter die neunschwänzige Katze! Und den
schietigen Eisdeckel auf dem grindigen Brackwassertümpel
soll sie doch gleich nach Kiel holen! Oder sonstwohin!"
Der Nachbarjunge ist schon schwer beeindruckt. Aber er
muss dennoch unbedingt nach Hause. Hier in der Sonne ist
sein geliehener Pelz einfach viel zu warm.

Fotos: W.Hein



Kommentare:

NaturEllas Schatzkiste hat gesagt…

Ist das wieder eine goldige Geschichte. Ich möchte gerne das gedamte Buch besitzen. (Wo kann ich das mal kaufen?)

Dieser Blog ist wirklich ein BLog mit Thema und System.
Ich gratuliere Euch dazu!!
Was man von meinem absolut nicht sagen kann. (Obwohl ich das ursprünglich mal so wollte)

Wurzerl hat gesagt…

Gut, daß mir nix dazwischen gekommen ist, jetzt weiß ich wenigstens, welche "Nicht"-Fortschritte der Leichtmatrose macht, aber bei dem Schiiietwetter ja man kein Beinbruch. Wird schon und dann geht es ab in den Süden.
Lieber Gruß vom Wurzerl

Gartenzauber 2008, Gartenidylle 07 hat gesagt…

Herrlich die Geschichte, mit dem Leichtmatrosen!
Auch die Bärchen finde ich absulut
lustig und süß.

Da habe ich wieder eine schöne Geschichte gelesen, danke Euch Waltraud

SchneiderHein hat gesagt…

@ NaturElla
Wolfgang arbeitet ja schon gedanklich daran. Aber in diesem Sommer hat Hasenmaus noch einiges im Garten vor. Danach werden wir uns um eine papierene Version kümmern.

@ Wurzerl
Also Hasenmaus bleibt vorerst an seinem Tümpel. Erst wenn er ein richtiger Seebär ist, will er mal auf nem richtig großen Pott fahren oder den sogar steuern! Aber das dauert wohl. Damit Dir nichts von den Abenteuern mit Hasenmaus verloren geht, gibt es auf der Sidebar das Label 'Hasenmaus'. Da kannst Du alles über unseren kleinen Helden hintereinander weglesen.

@ Waltraud
Schön, dass Dir Wolfgangs kleine Plüsch-Welten gefallen. Wenn in solchen Posts nicht imer so viel Zeit verschwinden würde, dann gäbe es viel mehr davon. Wolfgang hat da noch reichlich tolldreiste Ideen für unsere Hausbewohner....