Dienstag, 18. September 2007

Den Mülleimer vermöbelt



Heute ist mal wieder so ein Kapriolenwetter, wie schon
häufiger in diesem Jahr. Ein guter Tag, um drinnen Stuben
zu hocken und die Nase in irgendwelche Bücher zu stecken.
Lena hat sich dafür eines ihrer Lieblingsbücher aus dem
Bücherbord gezerrt.

Es handelt von einem Wombat, den es hier in Hannover
nur im Zoo gibt. Aber in Australien, wo das Buch geschrieben
wurde, laufen diese Wombats ganz frei umher und haben den
nicht ganz einfachen Job, die Menschen zu erziehen. Diese
Aufgabe übernehmen in Deutschland notgedrungen die Hauskatzen.

Voller Erwartung schlägt Lena die ersten Seiten auf,
bis sie beim Titel ankommt: "Tagebuch eines Wombat."
Da es ein ausländisches Tier ist, kennt es offensichtlich
keine Fälle und kann sich am Ende das "s" sparen.

Das kleine Deichlamm ist bekanntermaßen etwas
leseschwach. So ist es heilfroh, dass der Text immer

sehr übersichtlich bleibt. Der typische Tag eines frei-
lebenden
Beutelsäugers ist wohl auch sehr übersichtlich.

Die wichtigste Neuerung im Tagesablauf des Nagers
ist die Entdeckung, dass Gras auf Dauer langweilig ist.
Das versteht ein Schaf überhaupt nicht. Aber vielleicht
hat das Wombat ja recht und Karotten sind wirklich
lecker. Lena wird das demnächst mal ausprobieren.

Der beste Verbündete des Wombats ist der Mülleimer
der etwas begriffsstutzigen "Gastfamilie". Immer wenn der
Nachschub an frischen Karotten stockt, wird erst einmal

die Blechtonne vermöbelt. Das wirkt Wunder.

Ganz gebannt folgt das kleine Lamm den knappen Beschreibungen
der wiederholten Erziehungsversuche des hungrigen Beutelnagers.
Und fiebert mit, wenn unerwartet neue Hindernisse auftauchen.

Am Ende der Woche hat das Wombat berechtigte Hoffnungen,
dass auch Menschen noch dressierbar sind und doch gute Haustiere
werden können. Auch wenn dafür von Zeit zu Zeit ein paar Minuten

lang wieder der Mülleimer vermöbelt werden muss.

Als das kleine Deichlamm endlich auf der letzten Seite
ankommt, ist die Blechtonne schon arg mitgenommen.

Lena könnte die Geschichte gleich noch einmal lesen.
Und das macht sie jetzt auch.


Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, wie man aus
didaktischen
Gründen fachgerecht einen Mülleimer vermöbelt,
hier die wichtigsten Fakten:

"Tagebuch eines Wombat"
von Jackie French und Bruce Whatley.
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2005


Fotos: W.Hein

Kommentare:

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Lena, Deine Familie hat nicht zufällig einen Mülleimer aus Blech? Sei vorsichtig mit Essen das Du nicht kennst, Dein Bäuchlein ist kein Wombat-Bäuchlein, vergiß das nicht.
Guten Appetit wünscht Dir das Wurzerl

SchneiderHein hat gesagt…

@ liebes Wurzerl,
Lena ist ein kleines, bisweilen etwas scheues Deichlamm, das eigentlich viel zu lieb ist, um mit viel Getöse einen Mülleimer aus Blech zu verbeulen. Und wenn Silke und ich noch erzogen werden müssen, erledigen das unsere beiden Katzen auf die ganz leise Art. Aber auf Karotten verzichtet Lena gerne, sie wüßte nur immer noch gern, welche Telefonnummer der Grasbringdienst von Knuddel dem Schaf hat.
Liebe Grüße Wolfgang

Wurzerl hat gesagt…

Schade, da kann ich Lena auch nicht helfen, da war doch was mit Feldbusch: "Da werden Sie geholfen"!?!
Liebe Grüße vom Wurzerl

Luna hat gesagt…

Den Wombat im Zoo Hannover kenne ich, das Buch leider noch nicht. Scheint ja aber interessant genug zu sein, dass Lena es gleich nochmal liest.
Und das mit den Katzen kenne ich auch ;-)
Mülleimer vermöbeln wir aber nicht.
Da sitzen bei uns nämlich manchmal die (Strassen)katzen drin.
Das kleine Deichlamm hat mein und Steffens Herz erobert und Steffen würde es gerne knuddeln.(Ja, dass ist die weiche Seite eines wilden Fußballkerls)
Ganz liebe Grüße
Stefanie

SCHNUFFi WUFFi hat gesagt…

Ich mag Wombats auch voll gerne. Besonders gerne mag ich das Buch vom kleinen Wombat. Da hat's ja jetzt auch nen Film von gegeben...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Schnuffi Wuffi
Den Film kennen wir nicht. Da müssen wir mal nach suchen. Danke für den Hinweis!