Freitag, 3. August 2007

Lena surft




Wieder kein Gartentag. Lena schaut durch die tropfengesprenkelte Scheibe auf die dunkelnassen Betonplatten und die feuchtglänzenden Blätter.


Wenn sie heute wieder Stuben hockt, dann ist es das richtige Wetter zum Surfen.

Sie schwingt sich hinter den Rechner und beginnt ihr Abenteuer durch das weltweite Netz. Juhu, Treffer! Da erscheint auch schon die erste Bloggseite für liebreizende Wollknäule und herzensgute Paarhufer: Manus-Schafe-Gartenwelt


Nach einer Urlaubspause geht es endlich weiter mit neuen Abenteuern aus einem Garten in der Nähe von Graz mit eigener Kletterwand. Das Grünzeug hat sogar eigene Namen. Und natürlich wohnt dort auch ein Schaf. Das frisst aber inzwischen lieber Semmeln als die grünen Freunde. Die Alpenschnucke Schmusibu trifft gerade Blöcki und so ca. 20 Bilder später wollen sie schon heiraten. Dabei hat Lena diesen Blöcki gerade das erste Mal gesehen. Diese Hochgebirgsschafe haben da eine irre Geschwindigkeit in Liebesfragen.

Die nächste Seite kennt Lena schon länger. Mein Alltag als Schaf gehört Knuddel, dem klügsten Schaf im Zwischennetz, das Lena kennt. Schließlich hat Knuddel schon mal in Berlin gewohnt, kennt die Bundesweide am Reichstag und weiß wie man beim Gras-Bringdienst bestellt. Bei Lena im Haus kommt immer nur Pizza an. Das nächste Mal wird sie versuchen, im leider ziemlich umfangreichen Archiv herauszufinden, wie Knuddel das bloß geschafft hat.

Die nächste Station ist für etwas leseschwache Lämmer noch aufregender. Innig schweigend himmelt Lena wieder mal Hannibal an. Unter www.hannibalsucht.de stellt sich ein schnuckeliger Jungbock vor, der offensichtlich viele Gemeinsamkeiten mit dem kleinen Deichlamm hat. Er ist ein Schaf, das einen Computer benutzen kann und zu tollen Spielen unter orangefarbenen Decken einlädt. Hat auch was mit Blümchen zu tun.

Auch wenn Lena sich absolut sicher ist, dass sie - und nur sie - diese Schnucke ist, die Hannibal sucht. Sie ist natürlich wieder viel zu schüchtern, den Kontaktknopf zu drücken. Vielleicht das nächste Mal.

Die nächste Seite hat nichts mit Schafen zu tun, sondern mit einem Fisch: Dem Babelfisch, der im Internet alles übersetzen kann. Nur versteht das dann nicht jeder. Lena jedenfalls staunt immer wieder, was die Leute so alles in Englisch schreiben. Auf der Seite Lost in Translation kann man gleich ein ganzes Aquarium von Übersetzerfischen ausprobieren. Die übertragen alles in verschiedene Sprachen und das auch noch gleich hintereinander weg. Lena hat sich vorbereitet. Einer von den großen Bärenjungen im Haus hat ihr einen englischen Test geschrieben, den sie jetzt eintippt:
I am a little sheep from the banks of the northern sea. Living in a very green and sometimes rainy garden with a lot of bears I like flowers very much. Especially at lunch. When I am an adult cloven hoofed animal I will work in the pullover business or for protection against the global climate change in the winter. I do not know, what I am writing because I am a german ball of wool with a small understanding. And someone else has written this for me.

Nachdem sie auf den orangefarbenen Babelize-Knopf gedrückt hat, kommt das raus:

They are small ewes of the battery of the Scandinavian sea. Veryesteem the green screw in a very rainy one of the garden and to the times with most of the flowers of the bear. Special with the lunch. If they are an animal with the ice-slides, this one is scissi of theadult, work in the commerce of rebeca, or for the protection tosatisfy to the modified whole number of the climate of the winter. I do not know, the one that writes, because the small disposition is a German wool sphere with one. And somebody of another one wrote this for me.

(Das heißt so ungefähr: Sie sind kleine Mutterschafe der Batterie des skandinavischen Meeres. Betrachten Sie sehr das Schraube Grün in sehr regnerischem des Gartens und manchmal mit der Majorität der Blumen des Bären. Speziell mit dem Mittagessen. Wenn sie sind, Eis-gleitet ein Tier mit, dieses ist das scissi des Erwachsenen, Arbeit im Handel des rebeca oder, damit Schutz die geänderte Ganzzahl des Klimas des Winters erfüllt. Ich weiß nicht, das, das schreibt, weil die kleine Zieleinheit ein deutscher Wollebereich mit einer ist. Und jemand von ruhigem schrieb dieses für mich.)

Lena schüttelt den Kopf. Da muss man wahrscheinlich schon den ganzen Tag mit Flossen wedeln und Blubberblasen machen, um das zu verstehen.

Von den Fischen geht es zu den Stupid Creatures. Das sind kunterbunte Sockentiere mit wilden Stacheln, Tentakeln oder Hörnern. Es gibt ganz viele verschiedene und wenn Lena eines der kleinen Bilder anklickt, wird die dumme Socke ganz groß.

Da ist ja so ein dickes Stofftier mit leicht irren Blick ...

"Quaackiquack Quaackquaack - ich bin auch so ein irres Stoffding" Ein grüner Frotteefrosch hüpft plötzlich vor Lenas Nase aufgeregt auf und ab.
Am vorlauten Froch hängt Nelleke hinten dran. Sie hat Lena schon ein ganze Weile beobachtet und ist ganz neugierig, was das kleine Schaf so alles im Internet findet.

Gemeinsam schauen sie noch weitere Stupid Creatures an. "Guck mal, diese blaue Hörnersocke hat ja dicke Wulstlippen und drei Beine."

Danach zeigt Lena der kleinen Bärin niedliche Kaninchen mit merkwürdigen Vorlieben. Die oberen haben einen Glimmstengel im Mundwinkel. Die unteren verschlingen gierig Mohrrüben oder Wassereis. Und wenn sie unerkannt bleiben wollen, können sie sich mit Schnurbart tarnen. Das sind die neuen Spielgefährten der Vinyl Urban Designer. Nelleke und Lena sehen noch Schnabeltiere mit Boomerangs und Pinguine mit Torpedos. Dann gibt es noch laufende Milchtüten und Kaktusfreunde und ganz andere niedlich-schräge Figuren. Aber zum Einschlafen möchte Nelleke keinen von diesen merkwürdigen Freunden. Die Kaninchen würden Brandlöcher in die Zudecke machen, die Pinguine wollen ihre kantigen sperrigen Torpedos mitnehmen, die Kaktusfreunde pieksen und von den glubschäugigen Monstern kriegt man doch Alpträume schon vom Angucken.

Jetzt geht es zu den Bären, da kennt sich Nelleke besser aus. Der Wetterbär, sitzt in Braunschweig - also fast um die Ecke. Er beschäftigt ganz viele andere Bären, um das aktuelle Wetter zeigen zu können. Aber Nelleke braucht doch keinen Wetterbären. Sie hat schon einen Wetterfrosch. Und dass es im Moment Bindfäden regnet, sieht sie selber.

Die nächste Station ist Make-a-teddy.de/blog. Hier ist das Piratenfieber ausgebrochen. Der Fluch der Karibik verwandelt Teddybären in Freibeuter, Gespenster und Korsaren. Das kann jeder Besucher auch. Eigene Bären aus einem Baukasten zusammenstellen. Lena hat auch schon mal ihren eigenen Bären gebaut. Leider gibt es nichts Vergleichbares für Schafe.

Fluffis Blog findet Nelleke ganz doof. Ein USB-Teddy ist doch einfach schrecklich. "Lena, mach das weg!"

"Uuuäähh! Lena, das ist ja noch schlimmer. Ein Mutantenbär!"

Nelleke kann gar nicht hinsehen. Was die Leute alles im Internet veröffentlichen. Dieser Bär hat Hasen- und Hundeköpfe statt Hände und Füße. Nelleke kann andere kleine Bären nur vor cordobo warnen. Nicht reinschauen - sonst sind die Alpträume schlimmer als von diesen niedlichen Vinylmonsterdingern.

Endlich hat Lena wieder was Nettes gefunden. Bennett Robot Works zeigt freundliche Roboter. Kleine schwere Metallkumpel, die kleine Bärinnen gerne als dicke Freunde hätten. Die würden Nelleke sicher beschützen und ihr alle Wünsche von den Augen ablesen.

Nelleke ist begeistert, es gibt ganz viele von diesen Robotern. Einer sieht hilfsbereiter aus als der andere. Und jeden kann man sich auch ganz genau ansehen. Da findet sie bestimmt einen neuen Freund.

Das ist Galileo. Leider wohnt er in New York. Da ist ein ganzer Ozean dazwischen. Der ist sicher ganz verrostet, wenn er hier endlich ankommt. Und wenn das mit dem Ablesen der Wünsche von den Augen nicht klappt, versteht der sicher auch nur englisch. Und dann muss man immer diese Übersetzungs-Fische fragen, die immer so komische Dinge sagen. Lena überzeugt Nelleke, dass diese ausländischen Blechfreunde vielleicht doch nicht das Richtige für kleine Bärinnen in Deutschland sind.

Nelleke findet, dass diese Seite gut zu den Robotern passt. Das sind auch endlich wieder nette Traumtypen bei den Kellnerbären. Traumtypen, da kann Lena nur den Kopf schütteln. Den fehlt doch die richtige Ausstrahlung und das wollige Unterfell. Das junge Deichlamm würde jetzt lieber noch bei Georgie vorbeischauen. Aber die kleine Bärin ist nicht mehr zu bremsen. Sie probiert einfach all die unterstrichenen Worte auf den Seiten aus, um zu schauen, wo sie landet.

Lena hat genug. Nelleke interessiert sich doch nur für Bären. Eifrig probiert sie immer neue Links aus. Es muss doch noch mehr schöne Seiten im Netz geben. Wie das Teddybärenmuseum, das zum Beispiel stattliche Seebären am Strand zeigt.

Lena findet so viele Bären im Internet langweilig. Aber draußen regnet es schon wieder. Das ist einfach kein Wetter für kleine Schafe.

Für Katzen auch nicht!

Fotos: W.Hein


Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Hübsche Fotostory :) Ich bin selbst ein grosser Schaf-Fan und freue mich immer über schafige Beiträge im Web. Toll gemacht!

Wurzerl hat gesagt…

Das ist ganz große Klasse, gut gemacht, außer, daß ich auch noch ein paar Links zum Ausprobieren gezeigt bekommen habe, werde ich wohl gleich im Speicher verschwinden und mal nach meinem Teddys, Miezis, Hundis, Äffchen und den vielen anderen zu schauen.
LG Wurzerl

Anonym hat gesagt…

Kleinen und großen Bären geht es sehr wohl gut bei mir ;)

siehe hier:

http://cordobo.com/2007/03/24/so-rettete-ich-den-eisbaren-knut-fotos/

Grüße,

Cordobo

Hillside Garden hat gesagt…

Ihr kommt ja auf Ideen! Super gemacht, ich freu mich, dass ich nicht alleine verrückt bin. Ich hab nämlich auch Stofftiere, die mitmachen dürfen.

Sigrun

Birgit hat gesagt…

Hallo Ihr 2, habe mich eben wieder köstlich amüsiert über das kleine Schaf. Habe ich nur nicht hier vermutet, eher unter dem Bärenblog.
Ich wünsche Euch ein schönes sonniges Wochenende, LG Birgit

Anonym hat gesagt…

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