Montag, 24. April 2017

Ein Traum aus Chrom und Plexiglas


Ein alter Schuppen voller Erinnerung
Hinter den Kulissen von 'Do the Hopsalot-Hop'

Da sind Mäuse kleine Kulturbanausen: Sie erkennen nicht, dass diese Rock-ola 1458 in Hollywood Filmgeschichte mitgeschrieben hat. Eine Schwester dieser Jukebox hat 1960 in Billy Wilders "das Appartement' in einer Barszene neben Jack Lemmon gespielt.

 Wer genau hinschaut, sieht dass die Szenerie sich ein wenig geändert hat. Der alte Schuppen voller geheimnisvoller Schätze vergangener Zeiten ist noch mal umgezogen. Wer genau aufpasst, merkt auch, dass einige Musikboxen zusätzlich aufgestellt worden sind. Es ist schon wieder eine kleine Sammlung entstanden, die hoffentlich noch öfter eine Rolle in den Mäusewelten spielen wird. Noch unklar ist: welche?

So typisch amerikanisch wie Straßenkreuzer mit Heckflossen, Hamburger, Hollywood und Coca Cola: Die Jukebox aus ihren glanzvollen Zeiten in den Fünzigern.

Begonnen hat alles mit der perfekten Ausstattung für ein amerikanisches Diner – noch so ein Projekt, das bis jetzt nur im Verborgenen blüht. Meine Begeisterung für klassisches Hollywoodkino, die Filmsets der 50er und 60er und für die dynamischen Formen des amerikanischen Optimismus im Weltraumzeitalter können hier wunderbar ausgelebt werden. Fast Food kann hier gefahrlos für Leib und Linie genossen werden. Selbstverständlich gehört in das klassische Diner eine Jukebox, die neben einigen anderen Details nun im Maßstab 1:12 gesucht werden musste. Bei Ebay tauchts zuerst die italienische Sammeledition auf, die mit 33 Modellen von 1938 bis 1976 viele Klassiker von Wurlitzer, AMI, Seeburg und Rock-ola im schönsten Chinaplastik auferstehen lässt. Jede kann ca. eine Minute lang einen passenden Musikhit der Enstehungsjahre spielen und blinkt dazu mit mehreren farbigen Leuchtdioden. Ursprünglich wahrscheinlich in den 90er produziert, waren diese Musikmaschinen wahrscheinlich Teil eines dieser typisch italienischen Sammlerprojekte von unzähligen Zeitschriften plus einem aufgeklebten Extra, das nicht einzeln verkauft werden sollte. Das gibt es heute noch mit Feuerwehrautos im Wandel der Zeiten, den schönsten Bud Spencer Filmen, James Bond-Dienstwagen oder dem Schlachtschiff Graf Bismark mit nie geahnten Details in 36 Baugruppen. Meine Mutter hatte ein Faible für diese Serien, deren Beihefte zu Fotografie, Opern-DVDs oder Agatha Christie Büchern am Anfang einen Mehrgewinn versprechen und am Ende in den dazu erhältlichen speziellen Zeitschriftenschubern mit Aufdruck enden.

Die AMI I200 (für 200 verfügbare Titel) von 1958 kann 'Diana' von Paul Anka spielen. Diese Jukebox hätte auch im Filmset des Science Fiction Films 'Mataluna 4 antwortet nicht' (1955) stehen können, ohne zwschen Schaltpulten und Robotern aufzufallen.

Inzwischen sind die 33 Jukeboxen via Internet bei Resterampen, Fifties-Shops oder den Spezialisten für die großen Musikboxen als witzige Deko-Idee erhältlich und ich sammle mal wieder Expertenwissen. So ist die Blüte der Jukebox natürlich an den Aufstieg der Schallplatte gekoppelt. Erst als Hort für 24 78er Schelllackplatten (nur einseitig abspielbar) und dann mit Einführung der 45er Single auf Vinyl mit bis zu 220 Titeln eroberten die bunten Musik-Kisten den öffentlichen Raum in Bars, Tanzhallen, Kneipen und Restaurants. Sie machten die Live-Musik überflüssig und halfen, die Idee zu verbreiten, dass beliebte Lieder nur von bestimmten Interpreten gesungen werden sollten. Der Aufstieg der Sänger vor den Bandleadern und Komponisten wurde vom Radio und den Musikboxen nachhaltig gefördert. Sie machten Musik überall und jederzeit in der Öffentlichkeit verfügbar und die Hersteller überboten sich, die Vielfalt des Angebots mit trickreichen Mechaniken zu steigern. Diese wurden stolz in leuchtenden Sichtfenstern oder gleich riesigen Glaskästen vorgeführt.

Fünf Wurlitzer Jukeboxen von 1938 bis 1948 zeigen deutlich den Einfluss von Art Deco auf die Gestaltung der Musiktruhen. Die 1015 (2. v. r.) ist inzwischen der Archetypus für die Jukebox schlechthin.

Die Zusammenfassung der Musik in eine einzige Box war bis in die 70er in der Regel ein Hörgenuss in Mono, die versprochene Stereophonie wohl eher geschicktes Marketing, denn die abgespielten Singles wurden bis Ende der 60ern nur Mono abgemischt. Auch meine Plattenkarriere begann zuhause noch in Mono mit einem transportablen Philips-Plattenspieler, der keinen eigenen Lautsprecher hatte und dafür an das etwas ältere Universum Röhrenradio angeschlossen werden musste. Umso faszinierender war die schon verfügbare Wechselautomatik, die es erlaubte, einen Turm von zehn Singles hintereinander weg abzuspielen – ohne weiteren Handgriff. Solch sichtbare mechanische Wunder zeigten auch noch die Jukeboxen in den Kneipen meiner Jugend, obwohl die goldenen Zeiten da schön längst vorbei waren. Riesige Sichtfenster erlaubten hier die Auswahl, das Herausheben und das Aufsetzen des Plattenarms auf den in riesigen Magazinen bereitstehenden Vinylsingles in allen Einzelheiten zu bewundern. Manches Musikstück wurde damals sicher auch extra gespielt, um die Mechanik noch einmal arbeiten zu sehen.

Die Jukeboxen Mitte der 50er zeigen eine großen Glashaube über immer komplexeren Wechselmagazinen. Längst mit 45er Singles gefüllt hat jeder Hersteller (vorne eine Seeburg V200 von 1955) ein eigene Mechanik entwickelt, die stolz dem staunenden Publikum vorgeführt wird.

Schon zu Beginn war den Herstellern von Jukeboxen klar, dass sie neben der Musik auch Schauwerte bieten mussten. Der Erfolg von Wurlitzer beruhte auch auf dem atemberaubenden Art-Deco-Design mit farbigen Röhren und prächtigen silbernen Schmuckelementen. Die Farbsäulen konnten fast schon psychedelisch die Farben wechseln und erhöhten das Spektakel noch mit sichtbaren Blubberblasen. Als gigantische Vorläufer der Lavalampen waren Jukeboxen immer schon zu schade, um sie in einer dunklen Ecke zu verstecken und sollten Mittelpunkt im Raum sein. Ein leuchtender Altar für endlose Popmessen im Dreiminutentakt und die Werbeanzeigen zeigten ein ergriffenes Publikum applaudieren.

Ende der 50er haben die neuste Generationen von AMI und Rock-ola riesige Panoramascheiben mit gewölbten Kanten. So wie bei den luxuriösen Cadillac Eldorado Limousinen jener Tagen.

In großen Linien ist hier die Entwicklung der Jukeboxen schon in diesen italienischen Minimodellen abzulesen. Es beginnt in den 3oer mit Art-Deco Kathedralen an der Tanzfläche. Die klassische Wurlitzer-Box mit ihren gelb-roten Ringen und der floralen silbernen Spange im Zentrum ist schon dabei. Diese Stilelemente tauchten Ende der 7oer als Ufo auf den Plattencovern des Electric Light Orchestra auf und nach 2000 in Münster auf dem Dachboden einer Wilsberg-Folge. Das diese Modelle aus Plexi und Plastik sind passt sehr gut, denn das war auch das beherrschende Material der ersten Jukebox-Fassaden. Deshalb gab es zu Beginn des 2.Weltkriegs auch hier einen Einbruch, da diese Materialien kriegswichtig lieber in Flugzeugen eingebaut wurden. Die sehr traditionelle Alternative als dekorierter Holzschrank habe ich mir hier gespart.

An der Wand stehen zwei besonders fururistische Exoten: Die AMI Continential von 1961 und die Filben EP300 Maestro. Auf der linken Seite stehen weitere Jukeboxen der 60er: Schlichtere Formen, kleinere Sichtfenster und besser lesbare Listen. 

 Nach dem Krieg war Amerika erst Recht Wirtschaftswunderland und die Jukeboxen erlebten eine zweite Blüte. Nun gehörte die Mechanik unter einen spektakulären Schneewittchenglassarg. Solche Jukeboxen stehen selbstverständlch auch in der Barszene neben Sidney Portier in der Hitze der Nacht. Egal ob Straßenkreuzer mit Heckflosse, Roboter im Science Fiction-Film oder eben Jukebox, die weich schwingenden Formen, Bonbon-Farben, Chromleisten und Panoramascheiben prägen die Formsprache der späten 50er. Danach in den 60ern wurde es nüchterner, die Formen gerader und die Mechanik verschwindet unter riesigen Flächen mit den auszuwählenden Titeln. Die ersten Stereo-Ohren tauchen auf. Das nachfolgende Elend der 70er habe ich mir nicht mehr angetan.

Keine Gefahr für Sir Hopsalot: Die Jukeboxen im Ruhezustand. 

Die aktuelle Geschichte von Sir Hopsalot auf 'Bären in Haus und Garten' berührt in vielem mein eigenes Leben. Einiges nennt der kurze Text am Ende. Da ist die Begeisterung für die Musik, die noch größere für das mehrstimmige Abspielen von technichen Geräten und der etwas extreme persönliche Tanzstil.

Hier geht es zur Geschichte im Bärenblog.

Der Schuppen voller Chrom, Plexi, Plastik und bunter Lichter.

Wenn wieder so viele Jukeboxen in Aktion sind, wird Sir Hopsalot gleich wieder loslegen – wenn er es nicht vorher schafft aus dem Schuppen zu fliehen.

Idee und Fotos: W.Hein

Freitag, 18. November 2016

Für die Vögel ...


Als ich vor einigen Tagen zufällig diesen Post auf dem Blog
 'Im Garten und am Wegesrand' entdeckte, stimmte er mich 
sehr nachdenklich. Und nach reiflicher Überlegung entschied 
ich, dass wir im Wildwuchsgarten zur Zeit lieber keine Vögel 
füttern sollten. Auch wenn so ein gedeckter Tischwie ich 
ihn jetzt bald wieder herrichten wollte, einen wesentlich 
attraktiveren Anblick bietet. Und das Vogel-TV, was wir 
dann im 'Blogger-Blick' empfangen würden, ist immer 
wieder faszinierend 

Doch zur Zeit hat die Natur den Tisch für die Tiere reich 
gedeckt. Und nach dem ersten kurzen Wintereinbruch 
schmecken die kleinen Hagebutten der Rosa multiflora 
und ihren Verwandten den Amseln viel besser. Die Äpfel 
werden gern vom Baum oder als Fallobst genommen, 
der Ilex trägt leuchtend rote Beeren, der Holunder hat 
noch einige angetrocknete Früchte. Und da die Liguster-
hecke in diesem Jahr nicht geschnitten wurde, sind auch 
reichlich Beeren zu finden. Totholz für Specht, Kleiber 
und Co gibt es im Wildwuchsgarten an diversen Stellen
Und dank der immergrünen Gehölze können die Vögel 
auch bei kalter Witterung noch so manches Insekt im 
Innern der Sträucher finden. Es gibt also eigentlich 
keinen Grund die Vögel in unserem Garten schon jetzt 
zu verwöhnen. Im Gegenteil: Oftmals waren die Meisen-
knödel & Co im November/Dezember verschimmelt, 
da die Tiere das Futterangebot fast verschmähten. 
Allerdings schauten bereits vor dem ersten Frost 
ab und an Eichelhäher, Amsel & Rotkehlchen gern
mal am Gartentisch vorbei. Denn es könnte ja 
vielleicht doch schon mal einen netten Snack geben. 
Im Wildwuchsgarten müssen wir uns also keine Sorgen 
machen, dass die Vögel das angebotene Futter bei 
Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke nicht 
finden würden. Stattdessen spricht es sich in Vogel-
kreisen erstaunlich schnell rum, wenn die Futterbar 
wieder eröffnet ist. Und das häufig empfohlene 
rechtzeitige Anfüttern ist zumindest in 
unserem Garten nicht nötig.

Doch wenn der Winter in unserer Region ausnahmsweise 
mal etwas kälter wird, oder der Frost mehrere Wochen 
andauert, dann werden die vorher noch verschmähten 
Beeren & Früchte ganz schnell von Bäumen & Sträuchern 
abgeerntet, und bald darauf finden sich immer mehr Tiere 
am Futtertisch ein. Je länger diese kalte Zeit andauert, 
um so mehr steigt dann auch der Futterbedarf. Und oft 
musste die Futterbar von Ende Januar bis Anfang Mai 
sogar 3x täglich aufgefüllt werden. Denn Revierkämpfe 
sowie beginnende Bautätigkeit und die Paarung kosten 
besonders bei feucht-kaltem Wetter viel Energie

Und als die Natur in diesem Frühjahr extrem unter 
der Trockenheit litt, hatte ein Amselvater sehr viel Mühe 
seine 3 Sprößlinge ausreichend mit Insekten & Würmern 
zu versorgen. Denn wir sahen ihn häufiger am Teich 
Köcherfliegenlarven, Molche oder Posthornschnecken 
fischen, als auf Nahrungssuche in der Wiese. Und auch 
 vielbeschäftigte Meiseneltern waren nun sehr häufig 
an der Futterbar anzutreffen. Erst Ende Mai bedienten 
sich die Tiere eher an der Vogeltränke bzw. der Bade-
wanne als an den Futterschalen. Und da wir einen sehr 
liebenswerten Nachbarskater haben, dem leider die 
jungen Meisenkinder bei der ersten eigenen Futter-
suche fast ins Mäulchen fliegen, stellen wir inzwischen 
beim ersten flügge gewordenen Meisenkind sofort 
die Fütterung ein 

In unserer recht milden Region hat sich durch zahlreiche 
Beoachtungen die Hauptfütterungszeit inzwischen verlagert. 
Meist besteht jetzt an unserem Gartentisch in der Wiese 
ein erhöhter Zufütterbedarf von Mitte Januar bis Ende Mai.


Als ich heute mal wieder ganz gemütlich über Land 
auf der B65 nach Braunschweig zu meiner Mutter fuhr, 
wurde im Radio gerade über die Stallpflicht in Uelzen 
berichtet. Und fast zeitgleich sah ich am Ortseingang 
von Peine zum ersten Mal ein Schild mit der Aufschrift
 'Wildvogel-Geflügelpest Sperrbezirk' ...

Vielleicht ist es übertrieben, aber von Peine ist es fast 
nur ein Katzensprung ans Randgebiet von Braunschweig. 

Den sonst ganzjährig verwöhnten Vögeln zuliebe,
ist die Vogelfütterung hier nun vorerst beendet.

Das Futterhaus, die Erdnußsäule und alle Meisenknödel 
sind jetzt entfernt. Das restliche Futter habe ich breitwürfig 
in den Beeten verteilt, die Tontöpfe der Meisenknödel wurden 
zunächst gesäubert und mit kochendem Wasser übergossen. 
Das neue Futterhaus sowie die Erdnußsäule werden wir nun 
sicherheitshalber in den nächsten Tagen intensiv mit Sagrotan 
behandeln. Und damit ist Futtersaison den Vögeln und der 
eigenen Gesundheit zuliebe nach reiflicher Überlegung 
nun leider auf unbestimmte Zeit beendet 

Fotos: S.Schneider



Nachtrag, Samstag 19. November 2016:
Und nun noch ein ausführlicher Artikel zum Vogelgrippe 
Fall in Peine. Mit Infos zum Sperr- und Beobachtungsgebiet.


Samstag, 12. November 2016

gut gemacht ...


Wie schön, dass das Gartenjahr zumindest gut anfing. 
Denn den schon über 45 Jahre alten haushohen Wachholder 
an der Garage hatte ich mir im April mal wieder wieder 
vorgenommen… 

Vor eingien Jahren hatten Wolfgang und ich ihn schon einmal 
auf eine für uns handhabbare Größe zurückgeschnitten. Die 
restlichen dicken Aststümpfe in ca. 5m Höhe kamen dann aber 
doch erst dank professioneller Hilfe aus dem Baum. In den 
letzten Jahren hatte ich mich jedoch nur noch mit den unteren 
Trieben des Wachholders beschäftigt, damit die alte Buchs-
baumkugel genug Freiraum behielt, im Sommer die rot-
stehen konnten, und wir zumindest einen einigermaßen 
begehbaren Weg in den Garten behielten. Die Aurikeln auf 
der kleinen geschichteten Mauer freuen sich zwar immer 
über etwas Regenschutz, aber zu dunkel darf ihr Sommer-
Standort trotzdem nicht werden.

Also musste ich mal wieder ran, um den aus den Fugen 
geratenen Wachholder in seine Schranken zu weisen. 
Denn der Baumpfleger, den wir schon 2x für die Birke 
am Ende des Gartens beauftragt hatten, lehnte dankend ab. 
Nicht, dass er den Auftrag nicht hätte haben wollte, aber 
der Rückschnitt wäre zu teuer geworden, und nach seiner 
Prognose hätte es 2 bis 3 Jahre gedauert, bis das Ungetüm 
wieder ansehnlich geworden wäre. Also kämpfte ich an 3 
oder gar 4 Nachmittagen einige Stunden mit dem Baum, 
während meine Mutter die Zweige sogleich shredderte. 

Ich weiß nicht mehr genau wie viele Ikeataschen voller
Wachholder-Mulch in den nächsten Wochen nach Hannover 
fuhren. Unser Südhof stand jedenfalls zeitweilig voller 
Taschen und Körbe. Und meine Mutter war froh das Material 
nicht auch noch in ihrem wesentlich kleineren Garten auf 
den Wirtschaftswegen an den Grenzen und in den Beeten 
verteilen zu müssen. Wir hingegen waren glücklich, dass 
das ganze Wachholdermaterial an der Südgrenze 
zum Nachbarn den fürchterlich wuchernden Hopfen 
etwas unterdrückte.

Nach den immergrünen Zweigen kamen dann noch die 
dickeren Äste und Stämme dran. Einige konnte ich selbst 
vom Garagendach aus heraussägen. Aber bei den Stamm-
durchmessern von 20cm in 4m Höhe und ca. 1,5m vom 
Garagendach entfernt, gab ich total erschöpft auf. 

Glücklicherweise war in diesem Rückschnitt-Stadium 
nun auch der Baumpfleger bereit dem Wachholder mit 
der Säge zu Leibe zu rücken. Anfangs war ich erschrocken, 
wie viel Holz er nun noch entfernt hatte. Aber nach 
dem ersten Schock musste ich zugeben, dass der Baum 
langfristig wieder besser von mir in Form zu halten ist. 

Und heute sieht er schon wieder richtig gut aus!

Foto: S.Schneider


Freitag, 10. Juni 2016

unbekannte Mitreisende



Wer wartet da auf Insekten?

Und ist dabei noch so schmackhaft oder gemütlich, 
dass sich ein Tierchen sogar in der Blüte einnistet?

Das ist erst der Anfang. Denn es stehen 
noch reichlich Knospen bereit.

Sie mag volle Sonne und braucht nicht viel Platz. Denn 
in dem kleinen Blumentopf tummeln sich noch einige 
andere Pflanzen ...

Und eigentlich ist sie ja ein Unkraut und gehört hier 
gar nicht her. Sie wanderte wahrscheinlich unbemerkt 
als winziges Saatkörnchen im vorletzten Frühjahr 
aus dem 'Günstig gärtnern'-Garten aus. Denn nachdem ich 
auf die Reise geschickt hatte, kamen im Gegenzug diverse 
Töpfe mit besonderen Stauden im Wildwuchsgarten an. 
Trotz stattlicher Stauden wollten sie auf dem Gartentisch 
in Topfkultur nicht gedeihen. Doch dafür entwickelten sich 
weißer Klee, eine Weide und das gelbe Kraut ganz prächtig. 
Aber wer ist nun diese unbekannte gelbe Schönheit, die 
seit dem letzten Sommer im Garten meiner Mutter wächst 
und gedeiht? Ihre 3 bis 4cm großen Blüten erinnern uns
etwas an eine Nachtkerze 

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Montag, 14. November 2016:
Nachdem diese Bilder erst heute auf den Blog kamen, 
steht nun fest, dass es sich bei dem ca. 40cm hohen 
blinden Passagier tatsächlich um eine Nachtkerze 
handelt, die aber leider zweijährig ist. Doch da sie 
bereits im letzten Jahr blühte und auch in diesem 
Sommer zur Blüte kam, klappt es vielleicht auch 
nochmals im nächsten Jahr.


Dienstag, 7. Juni 2016

weiße Vexiernelke



Da ist sie, die erste weiße Vexiernelke - Silene coronaria 'Alba', 
die bis 1995 als Lychnis coronaria bezeichnet wurde.

Lange mussten wir auf diesen Anblick warten. Denn bereits 
im Dezember 2013 erhielt ich einen Saatbrief aus dem 'Hügeltraum'-
Garten mit weißer Vexiernelke, Silberlingen und Strahlendolde
Eigentlich waren sie für unseren Wildwuchsgarten gedacht. Doch 
mit einer Direktaussaat  hätte ich nur unsere Schnecken beglückt. 
Daher kamen sie bald darauf in Aussaatschalen und zogen in den 
Wintergarten meiner Mutter um 

Aus der Schale mit Strahlendolde entwickelte sich leider nur 
ein winzig kleines Pflänzchen, das nach der Blüte einging. 

Die Silberblatt-Sämlinge musste mehrfach geteilt werden, 
wurden teilweise sogar in andere Garten verschenkt und 
entwickelten sich im letzten Jahr auf der Nordseite in 
meinem weißen Vorgarten in BS ganz prächtig. Doch leider 
sind sie so schneckengefährdet, dass es sich nicht lohnt sie 
auch in unserem Wildwuchsgarten in Hannover auszusetzen.

Und von der Vexiernelke nahm ich einige getopfte Kinder 
mit nach Hannover. Doch dort wollten sie in diesem Sommer 
noch nicht zur Blüte kommen 

Aber hier - auf dem heißen Südhof, fühlen sie sich 
im großen Kübel auf dem Lichtschacht richtig wohl. 

Und nun hoffen wir, dass sie von diesem Standort aus
auch so manche Steinfuge mit ihren Kindern ausfüllen.

Fotos: S.Schneider


Aurikelleiter


Nachdem es der Aurikel-Sammlung, die ich meiner Mutter 
im Laufe der Jahre verpasst habe, unter dem Glasdach 
zu warm wurde, sind die Pflanzen nun endlich umgezogen. 
Die violetten wuchsfreudigen Töpfe stehen wieder 
auf der regengeschützten geschichteten Sandsteinmauer.
Und die restlichen 11 Töpfe haben nun einen Platz 
auf der Aurikelleiter gefunden:

Schon im letzten Jahr war ich im zeitigen Frühjahr 
auf die Idee gekommen zwischen Wintergarten und 
Garagentür die wurmstichige Trittleiter unter dem Dach 
der Korkenzieherweide aufzustellen. Doch immer wieder 
fand meine Mutter Gründe, warum sie dort nicht stehen 
könnte. Aber vor einigen Tagen wagten wir trotzdem 
ganz spontan das Experiment die Leiter im zusammen-
geklappten Zustand dort an die Wand zu lehnen ...

Foto: S.Schneider

Nachtrag Samstag, 12. November 2016:
Vor einiger Zeit blühte dort sogar noch ein Aurikeltöpfchen, 
Merlin Stripe hat noch eine kraftvolle Knospe hervorgebracht,
und Gaia hat inzwischen 2 Kinder. Der Standort ist für die 
Pflänzchen von Sommer bis Herbst/Winter so vorteilhaft, 
dass sie bis jetzt durch die frostigen Nächte noch keine 
Schäden davongetragen haben.


Freitag, 29. April 2016

Und dann kam noch 'Gaia' ...








im Wintergarten meiner Mutter. Vor 11 Tagen waren 
ihre Knospen noch fest verschlossen. Aber während 
die violetten Aurikeln allmählich verblühen, hat sie 
im 2. Jahr nun etwas verspätet ihren Auftritt …


Fotos: S.Schneider


Montag, 18. April 2016

16 Aurikeltöpfchen



Bis auf die gefüllte Primula x auricula 'Gaia' 
blühen jetzt alle Aurikeln im Wintergarten.

Ihr dickes Knospenpaket sieht so vielversprechend aus, 
dass es schon jetzt als Foto festgehalten werden muss.




6 Tagen noch eine weitere Knospe und hat inzwischen 
ihre leicht gefüllten Blüten ganz weit geöffnet:

Und erstaunlicherweise kann sie auch einfach.




Primula x pubescens 'Liesel' steht auf dem Schildchen, 

das damals im Topf dieser dunkelrot-weißen Aurikel steckte. 

Inzwischen verteilt sich die Mutterpflanze 
mit ihren Kindern auf 2 Tontöpfe. Und ihre Blütezeit 
beginnt anscheinend etwas später.



zu dunkel in der Blüte und eher weinrot-violett. 

Doch in meiner Lieblingsgärtnerei steckte beim Kauf
das Namensschild mit im Topf. Daher behalten die 3 Töpfe 
nun so lange diesen Namen, bis sich vielleicht irgendwann
eine andere Zuordnung ergibt.




Auch bei Primula x auricula 'Nanni' bin ich mir 
nicht ganz sicher, ob das Schild zur Staude passt.

Ihre Blütezeit ist nun schon fast beendet. 

Und jetzt stellt sich wieder die Frage: Blüten entfernen 
oder Saat sammeln? Damit vielleicht neue interessante 
Aurikeln entstehen 



Allerdings bei dieser Topfparade einer namenlosen Aurikel
bleibt kaum noch Platz für Experimente im Wintergarten.


Und die leicht gefüllte Primula x auricula 'Standish' sowie 
die locker gefüllte weiß-violette 'Edith Major' warten noch 
bei mir in Hannover im Treppenhaus. Diese beiden Aurikeln 
hatte ich zusammen mit einigen Hellebori & Leberblümchen 
im frühen Frühjahr bei der Staudengärtnerei Peters bestellt. 
Dort sind sie zur Zeit jedoch nicht mehr im Sortiment zu 
finden. Eventuell sind sie dann nicht sortenrein, und es 
ist spannend wie sie wann blühen werden ...

Fotos: S.Schneider